Referendariat und Technokratie

Wer sich seine Sorgen und Nöte mit dem Referendariat von der Seele reden will, ist hier richtig. Vielleicht gibt es ja jemanden, der einen guten Rat hat.

Re: Referendariat und Technokratie

Beitragvon Demos » 05.02.2018, 21:06:20

blizz80 hat geschrieben:

(...) All diejenigen, die solche Strukturen ertragen mussten und ihren Wunschberuf aufgegeben haben, sei gesagt, dass das nichts mit euch zu tun hatte. Die Kritik, die ihr erhalten habt, ist wertlos. Das sind keine Pädagogen, sondern einfach nur stupide Unterrichtsbeamte, die von Pädagogik sowieso nichts verstehen. Nehmt euch das bloß nicht zu Herzen, was dort gesagt wurde. Auch mein SL hat mir vor der Kündigung zu denken gegeben, ob ich denn für den Lehrerberuf geeignet wäre. Das ist alles eine standardisierte Rhetorik von standardisierten Menschen ohne Esprit. (...)


Dem stimme ich voll und ganz zu!
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Re: Referendariat und Technokratie

Beitragvon Illi-Noize » 06.02.2018, 23:32:56

Na da hat sich das Anmelden im Forum ja voll und ganz gelohnt. Sorry, bin stupider Forumsbeamter.
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Re: Referendariat und Technokratie

Beitragvon Maximer » 07.02.2018, 22:09:57

Demos hat geschrieben:
blizz80 hat geschrieben:

(...) All diejenigen, die solche Strukturen ertragen mussten und ihren Wunschberuf aufgegeben haben, sei gesagt, dass das nichts mit euch zu tun hatte. Die Kritik, die ihr erhalten habt, ist wertlos. Das sind keine Pädagogen, sondern einfach nur stupide Unterrichtsbeamte, die von Pädagogik sowieso nichts verstehen. Nehmt euch das bloß nicht zu Herzen, was dort gesagt wurde. Auch mein SL hat mir vor der Kündigung zu denken gegeben, ob ich denn für den Lehrerberuf geeignet wäre. Das ist alles eine standardisierte Rhetorik von standardisierten Menschen ohne Esprit. (...)


Dem stimme ich voll und ganz zu!


Hallo blizz80,

den Argumenten des Threaderstellers stimme ich ganz und gar nicht zu. Meines Erachtens sind sie in dieser Form nicht haltbar, da die angesprochene historische Dimension schlicht und ergreifend falsch ist.

Die angebliche Entwicklung hin zum technokratischen Zwangssystem geht offenbar davon aus, dass es früher ganz anders war. Ich habe mich im Studium etwas mit der Geschichte der Pädagogik beschäftigt und kann dazu nur sagen, dass das falsch ist. Schon vor 100 Jahren gab es engstirnige Unterrichtsprüfer, die haarsträubende Beurteilungen verfassten und man mag es nicht glauben, aber auch damals wurde schon ein schülerzentrierter Unterricht gefordert, der möglichst anschaulich und lebendig sein sollte etc.

Da wird viel Wind um wenig Substanz gemacht. Letztlich sind das konstruierte Argumente, um das eigene Scheitern abzumildern; also ein verständlicher Selbstschutzmechanismus. Wer Lehrer/Lehrerin werden möchte, muss sich anpassen und lernen, konstruktiv und selbstkritisch (im Team und für sich selbst) zu arbeiten. Dazu gehört es auch, Dinge zu versuchen, von denen man nicht unbedingt selbst überzeugt ist und aus der eigenen Komfortzone zu treten. So lange man nicht grundlos persönlich abgewertet oder schikaniert wird (dass das gelegentlich leider vorkommt, bestreite ich nicht), sollte man sich für die vorhandenen Ausbildungsstandards öffnen und sich konstruktiv daran abarbeiten.

Hinterher gilt die pädagogische Freiheit - man findet sich in einem Beruf wieder, der hohe Selbständigkeit und Eigenverantwortung abverlangt; würde die Ausbildung es darauf anlegen, lediglich funktionierende und seelenlose Roboter zu produzieren, gäbe es gewiss nicht so viele kreative, geistvolle und leidenschaftliche Pädagogen an deutschen Schulen.

Einen schönen Abend wünscht
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Re: Referendariat und Technokratie

Beitragvon Demos » 14.02.2018, 15:08:22

Die meisten Ausbilder, insbesondere die Mentoren, kritisieren die Referendare pauschal.
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Re: Referendariat und Technokratie

Beitragvon Fränzy » 14.02.2018, 19:24:40

Demos hat geschrieben:Die meisten Ausbilder, insbesondere die Mentoren, kritisieren die Referendare pauschal.

Die meisten Moderatoren, insbesondere die Franzi, sperrt die Trolls pauschal.
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