Referendariat abgebrochen / Kein 2. Staatsexamen

Wer sich seine Sorgen und Nöte mit dem Referendariat von der Seele reden will, ist hier richtig. Vielleicht gibt es ja jemanden, der einen guten Rat hat.

Re: Referendariat abgebrochen / Kein 2. Staatsexamen

Beitragvon DrJones » 27.12.2017, 19:04:33

Ja, Musik und Kunst wird nachgefragt. Geschichte nicht, da mag auf dem BW Server was anderes stehen, ist schon veraltet.
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Re: Referendariat abgebrochen / Kein 2. Staatsexamen

Beitragvon Fränzy » 28.12.2017, 21:24:40

Oh je. Das ist ja echt scheisse hoch zehn.
Ich habe jetzt nicht alles gelesen. Vielleicht wiederholt sich etwas.
Ich selbst bin nach meinem Ref im Süd Westen auch raus aus dem Schuldienst. Ich würde nie nach meinem zweiten Examen gefragt. Es spielt ausserhalb keine Rolle. Ich leite die Schulsozialarbeit in einer großen Gewerbeschule. Zu Beginn natürlich nicht. Aber also Sozialarbeiterin anfangen konnte ich ohne eine zu sein. Ich verdiene gut und mache das was ich wirklich gut kann. Ich habe berufsbegleitend noch ein Diplom in Sozialarbeit erworben und eine Therapie Ausbildung.
Was ich sagen will es gibt Stellen. Schau mal bei der DAA bei Invia bei IB DW Caritas nach. trau dich. Und mach neben her einen passenden Abschluss. Ich bin unbedingt der Meinung dass Sozialarbeiter fachliche Expertise brauchen und die hast du als Lehrer nicht. Man kann sie aber erwerben auch während des Arbeitens
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Re: Referendariat abgebrochen / Kein 2. Staatsexamen

Beitragvon Phaon » 28.12.2017, 21:49:10

Vor einem Jahr war ich in einer ähnlichen Situation wie der Threadersteller: ich brach nach fast zwei Jahren mein Referendariat ab, ohne konkrete Aussichten auf eine andere Stelle. Nach einer kurzen Schockzeit beantragte ich beim Jobcenter Hartz IV und war fortan sehr motiviert, einen neuen Job zu finden. Zu einem Bezug von Sozialleistungen sollte es bei mir aber nie kommen: am sechsten Tag meiner Arbeitslosigkeit hatte ich eine Jobzusage in der Tasche. Ich arbeite jetzt seit zwölf Monaten in diesem Beruf, bin rundum zufrieden und konnte meine durch den Lehrereberuf stark angeschlagene psychische und physische Gesundheit wiedererlangen.

Ich denke, in meinem Fall war es gut, dass ich mich in sehr vielen Bereichen beworben habe, immer motiviert blieb und mich nicht von Zukunftsängsten beeinflussen ließ. Natürlich sollte man auch den Gang zu den Behörden (Jobcenter, Arbeitsamt) nicht scheuen. Ein nicht abgeschlossenes Referendariat ist keinesfalls das Ende des Lebens. In meinem Fall war es der Anfang.
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Re: Referendariat abgebrochen / Kein 2. Staatsexamen

Beitragvon Fränzy » 28.12.2017, 22:09:51

Bei mir auch.
Ich könnte nicht glücklicher sein. Und besser. Ich war eine mittelprächtige Lehrerin, aber ich bin eine sehr sehr gute Schulsozialarbeiterin. Ich habe zwar das zweite Examen. Aber es ist kein Unterschied.

Sehe es mal so. Vielleicht ist es gut so. Auch wenn es jetzt nicht so aussieht. Mein Seminar hat mir das Leben schwer gemacht und mir die Lust am Beruf genommen. War kacke. Aber im Nachhinein war es richtig. Für mich.
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Re: Referendariat abgebrochen / Kein 2. Staatsexamen

Beitragvon Alter_Hase » 28.12.2017, 22:24:02

Der Lehrerberuf ist ein Handwerk und keine Wissenschaft, den man - wie der Geselle - beim erfahrenen Meister lernen solle.

Die handwerklichen Fertigkeiten, die ein Lehrer mitbringen muss, werden nirgends gelehrt. Schon so elementare Dinge wie lesbar und übersichtlich an die Tafel zu schreiben, auch mal zwischendurch einen kurzen Vortrag über ein angesprochenes Thema aus dem Stegreif halten zu können, werden nicht gelehrt, weit schwerwiegendere Dinge, dass Chemie-Referendare keine Druckgasflasche sicher bedienen könne, von einer Flammenrückschlagsicherung noch nichts gehört haben und sich anschicken, den beliebten Zinksulfid-Versuch auf dem Lehrertisch durchzuführen, noch gar nicht angesprochen.

Statdessen Ideologieausbildung und Psycho-Geseire, dass ihnen bei einem "Ey Alter, verpiss dich!" gar nichts hilft...

In anderen Berufen nennt man es "Tricks of the trade" und wurden zu meiner Zeit noch gelehrt. Entweder in der Uni (praktisches Fachwissen) oder im Referendariat durch erfahrene Lehrer und keine Uni-Heinis.

Wer wissen will, wie man einen Reifen wechselt, sollte nicht bei einem Maschinenbauprofessor nachfragen...
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Re: Referendariat abgebrochen / Kein 2. Staatsexamen

Beitragvon Fränzy » 28.12.2017, 22:26:45

Naja das kann ich als Chemie Lehrerin schon. Aber ist das wesentlich?
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Re: Referendariat abgebrochen / Kein 2. Staatsexamen

Beitragvon Alter_Hase » 28.12.2017, 22:51:13

Das Gejammere kann man nicht mehr hören... Ende der siebziger hatte ich ein Jahr lang einen Lehrauftrag an einer Gesamtschule bei Hanau. Zwölf Wochenstunden Chemie und Physik. War damals im vierten Semester und habe das quasi nebenbei gemacht, samt Zeugniskonferenzen etc. Selbständig, ohne jede Beaufsichtigung. Wer so ein Weichei ist, dass er dem nicht gewachsen ist, sollte lieber "irgendwas mit Medien" machen... Und wer so blöde (autoritätsgläubig?) ist, das Geschwafel in Pädagogik und Pädagogischer Psychologie als Grundlage seines Unterrichts zu nehmen, ist sowieso verloren...
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