Tipps gegen Panik vor UBs?

Wer sich seine Sorgen und Nöte mit dem Referendariat von der Seele reden will, ist hier richtig. Vielleicht gibt es ja jemanden, der einen guten Rat hat.

Tipps gegen Panik vor UBs?

Beitragvon StephDi » 02.01.2018, 17:22:15

Hallo zusammen,

ich habe im November mit dem Ref angefangen und nun steht der erste UB ins Haus. Leider gerate ich so in Panik, dass ich manchmal keinen klaren Gedanken fassen kann. Schon vor dem EPG habe mich ziemlich verrückt gemacht. Inklusive Schlafmangel und Appetitverlust. Nach dem EPG gabs positives Feedback (dafür ist es ja da) aber nun geht es scheinbar von vorne los.
Ich habe gemerkt, dass ich nur dann so gestresst reagiere, wenn ich im Unterricht beobachtet werde, durch den Lehrer oder andere Seminarleiter. Ich habe einige Stunden alleine gemacht und obwohl die Klasse nicht gerade leicht war, hab ich mich nicht verrückt machen lassen. Daraus ziehe ich ein bisschen Trost.
Unter Druck fühle ich mich, weil ich Angst habe, den Anforderungen und Erwartungen nicht gerecht zu werden, aber gleichzeitig noch nicht viel Ahnung vom Unterrichten habe.
Mir fehlt der Austausch mit den anderen Referendaren an meiner Schule. Ich weiß nicht, ob es jemandem dort ähnlich geht und habe ein wenig Sorge, als 'Loser' abgestempelt zu werden, wenn ich erzähle, wie es mir geht.
Wer von euch kennt das Gefühl der Verzweiflung vielleicht gerade am Beginn des Refs, wenn alles zu viel erscheint und was sind eure Tipps, die Sache in den Griff zu kriegen?
StephDi
 
Beiträge: 1
Registriert: 02.01.2018, 17:08:57

Re: Tipps gegen Panik vor UBs?

Beitragvon jule2111 » 02.01.2018, 19:07:03

Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Allerdings war das bei mir nicht so schlimm, dass es körperliche Folgen wie Schlafmangel gehabt hat. Auch ich fand die UB ganz furchtbar und war am liebsten alleine. Selbst heute, knapp 3 Jahre nach dem Ref, ist es manchmal noch seltsam, wenn man einen Kollegen mit im Unterricht hat, sei es als Sonderpädagogen oder in einer seltenen Doppelbesetzung. Jedoch ist das natürlich etwas völlig anderes, da ich nicht mehr in der Bewertungssituation bin.

Verabschiede dich vom Perfektionismus. Eine gut geplante Stunde läuft auch mit kleinen Fehlern so, dass die Note nicht defizitär wird, auch wenn man keinen guten Tag erwischt hat. Mache dich nicht selbst verrückt, zumal dein epg ja gut war. Ich hatte immer die Einstellung : Was ist das Schlimmste, das passieren kann? Dann bekomme ich halt eine 5. Zwar nicht unbedingt gut, aber es hat mir immer geholfen.

Übe die Stunde zu Hause mit Partner, Freunden oder Familie. Da können Unstimmigkeiten, vor allem bei den Phasenübergängen auffallen.
Verlasse dich nie auf die Technik oder den Strassenverkehr. Han alles mindestens einen Tag vor dem UB fertig: Arbeitsblätter kopiert und in der Schule, den Raum und alle notwendigen Arbeitsmittel vorbereitet, Medien, die Technik verlangen, getestet.
Erwarte nie, dass die Schüler Material wie Stifte, Scheren, Kleber dabei haben. Habe solche Dinge ausreichend dabei, damit du aushelfen kannst und alle arbeiten können.
Das beruhigt immerhin schon etwas. Aber ganz weggehen wird die Aufregung nie. Bis zum Ende nicht. Aber danach wird alles besser...das Ref geht vorbei.
jule2111
 
Beiträge: 29
Registriert: 03.06.2015, 15:34:32
Wohnort: NRW HRGe D,Ge,DaZ, E

Re: Tipps gegen Panik vor UBs?

Beitragvon Nicisstern » 15.01.2018, 23:18:10

Liebe StehDi,
ich kann deine Gefühle sehr gut nachvollziehen, denn es ging mir im Referendariat sehr ähnlich und auch mich plagten diese Gefühle mit ähnlichen Symptomen bereits sehr früh.
Ich denke ein Pauschalrezept gibt es leider nicht, aber ich kann dir berichten, was mir geholfen hat.
Als erstes muss ich meiner Vorrednerin Recht geben: Falls du perfektionistisch veranlagt bist und oft das Gefühl hast, es allen recht machen zu müssen: versuche dich davon zu verabschieden. Im Referendariat kannst du es nicht allem richtig gerecht werden! Gibt dein Bestes, aber dann ist es auch gut.
Ein ganz wichtiger Tipp an dich: nimm dir Auszeiten und treibe viel Sport oder finde andere Möglichkeiten die körperlichen Symptome zu lindern. Auch wenn du das Gefühl hast "dafür ist keine Zeit" - Nimm sie dir!!! Es ist so wichtig einen Ausgleich zu haben und auf deinen Körper zu hören. Wenn du so unter Stress stehst, wird es dich blockieren und das Arbeiten ist nicht mehr möglich. Versuche einen klaren Kopf zu kriegen, bevor du weiter machst.
Und als letzten Rat: Rede mit anderen Referendaren, wenn du dich traust, denn du wirst schnell merken, dass es häufig anderen auch nicht super geht und jeder sein Päckchen zu tragen hat. Das kann beruhigend sein und einen zusammenschweißen die Zeit durchzustehen.

Ich drücke dir die Daumen, dass du einen Weg findest, es gut durchzuhalten.
Falls du noch Fragen hast, schreib mir gern einen Nachricht.
Liebe Grüße
Nici
Nicisstern
 
Beiträge: 4
Registriert: 23.01.2017, 10:31:37


Zurück zu Leid & Frust

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google Adsense [Bot] und 10 Gäste