"Meine Referendarin"

Wer sich seine Sorgen und Nöte mit dem Referendariat von der Seele reden will, ist hier richtig. Vielleicht gibt es ja jemanden, der einen guten Rat hat.

Re: "Meine Referendarin"

Beitragvon Kapartia » 10.01.2018, 20:25:34

Ich = Mann, zumindest war das beim letzten WC-Besuch noch so.

Krabappel, den Seminarleitern sag ich das ganz sicher nicht, es sei denn mir kommt einer ganz direkt mit "das Verkürzen wird negativ bewertet". Ich möchte sie nur moralisch unterstützen udn hoffe, dass ihr da auch ein paar Vorschläge hättet.

Cara: Sie ist rechtlich dazu in der Lage zu verkürzen (6 Monate Berufserfahrung im Stundenumfang des Refs ist gefordert, sie hat 2 Jahre mit vollem Deputat) und will nach eigener Aussage davon gebrauch machen, da sie a)so schnell wie möglich fertig werden will b) rechtlich verkürzen darf c) wieder voll arbeiten möchte d) so schnell wie möglich die Verbeamtung/volle Gehalt haben möchte e) sie wohl ab nächstem Schuljahr ne Festanstellung sicher hätte --> Aussage von der Referendarin die ich vollends verstehen kann.

Also, hat wer ne Idee, wie man ne niedergeschlagene Referendarin, die guten Unterricht macht (und zwar nach Aussage ALLER beteiligten Mentoren), wieder aufbauen kann?
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Re: "Meine Referendarin"

Beitragvon krabappel » 10.01.2018, 21:08:32

Kapartia hat geschrieben:...Sie ist rechtlich dazu in der Lage zu verkürzen...

Wie läuft denn das ab, muss das Seminar die Verkürzung genehmigen? Oder hast du Sorge, dass man sie schlechter bewerten könnte, als gerechtfertigt?

Vielleicht ist der nächste Entwurf ja genehm und die Fachleiter können wieder entspannen?

Und aufbauen könnte man jemanden, indem man die Kritik wieder relativiert oder differenziert. „Alle fanden das und das gut, Kritik gabs nur am Entwurf und zwar konkret an diesem und diesem Punkt. Das ist änderbar.“

Dass du ihr einen Musterentwurf besorgt hast, finde ich schon sehr hilfreich, vielleicht hätte sie das aber besser selbst gemacht? Es geht nicht darum, ob du weißt, dass sie gut ist, sondern dass ich aufpassen würde, dem Seminar nicht zu vermitteln, dass du sie durchhieven wolltest.
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Re: "Meine Referendarin"

Beitragvon Kapartia » 10.01.2018, 22:06:11

Sie hat wohl zuerst mit der Hauptseminarsleitung gesprochen, dann hat sie ihren ersten Unterrichtsbesuch gut 4 Wochen nach Referendariatsstart gehabt und die haben eingeschätzt, dass sie das wohl schaffen kann. Dann kam die Beantragung mit Einreichen von Arbeitsverträgen von früher und die Genehmigung des Verkürzungsantrags durch das Schulamt.

Ich hab tatsächlich Sorge, dass sie sie einfach wegen der Verkürzung schlechter bewerten.

Musterentwürfe kann sie im Seminar einsehen, mir gings darum, dass ich aber auch mal einen "sehr guten" in die Hand bekomme, um zu sehen, was da so drin stehen sollte. Hab ich auch so formuliert, ist nämlich auch Neugier meinerseits und ich will halt ner guten Referendarin auch unter die Arme greifen im Hinblick aufs Vieraugenprinzip: 4 Augen sehen einfach mehr als zwei. Versteh aber dein Argument.

Was das Aufbauen angeht: Die Fachsemianrleitung hat 45 Minuten unterste Kanone auf dem Entwurf und zwar nur auf dem Entwurf rumgehackt. Von "wo haben sie denn so einen Mist gelernt" über "na und sie wollen verkürzen? da muss aber mehr kommen was ihr Können angeht, sie haben die Lerngruppe ja vollkommen falsch eingeschätzt!" (problematische Lerngruppe mit vermehrten Mobbingfällen in letzter Zeit, die insgesamt sehr unmotiviert, der Referendarin aber zugetan ist und gut mitgemacht hat in der letzten Stunde) bis "das ist alles fachlich falsch beschrieben" (ist es aber eben nicht, fachlich machte die Seminarleiterin den Eindruck, als könnte sie einiges an Nachhilfe vertragen in dem Themengebiet).
Das bereitet mri Bauchschmerzen, relativieren in Richtung "Mädchen mach dir mal keen Kopp, die Alte hat selber einige Baustellen." solls ja auch nicht werden.
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Re: "Meine Referendarin"

Beitragvon CaraM. » 10.01.2018, 23:07:52

Mein leiser Einwand ging mehr in die Richtung, sich sein 2. Staatsexamen nicht deswegen zu versemmeln, weil man es, wenn auch aus verständlichen Gründen, eilig hat.

Gerade wenn schon solche Sprüche gefallen sind, würde ich mir überlegen, ob es zum einen nicht klüger ist auf die Leute zu hören, die einem schon mehr oder minder unmissverständlich zu verstehen gegeben haben, dass man in ihren Augen noch nicht so weit ist und zum anderen dieses von Leuten ausgesprochen wird, die am längeren Hebel sitzen.

Ich würde also eher auf die Referendarin einwirken, sich das alles noch einmal richtig zu überlegen und nicht mit dem Kopf durch die Wand zu wollen. Ein halbes Jahr länger ist doch nicht die Welt, wenn man sich dadurch viel Ungemach und Kampf ersparen kann.

Im Übrigen sind diese "Ich kann da eine Stelle bekommen." immer mit Vorsicht zu genießen. Das hängt von vielen Faktoren ab.
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Re: "Meine Referendarin"

Beitragvon Kapartia » 10.01.2018, 23:19:05

Cara, die Sprüche kamen erst nach dem der Antrag durch war, zurücktreten ist da nicht mehr ^^
Und mit aller Güte: Die Unterrichtsstunde als solches als "das war eine tolle Stunde" zu bezeichnen und davor aber den Entwurf zu zerreiten....naja, das spricht jetzt nicht für "sie sind in unseren Augen nicht so weit" sondern für "wir haben sonst nichts zu kritisieren und werden jetzt mal fix unprofessionell". Wie geschrieben: Die Fachseminarleiterin kritisierte mir gegenüber (nicht im Beisein der Referendarin), dass das ja fachlich Murcks im Entwurf war und begründete das sehr toll unter Einbeziehen von Fachautoren, die seit gut einem Jahrzehnt widerlegt sind im Hinblick auf die Thematik. Auch mein Hinweis auf die aktuelle Fachliteratur hat da nicht zur Einsicht geführt. Bleibt daher spannend, wie die nächste Hospi dann "ausgefleddert wird".


Da sie bei uns an der Schule bereits das Einstellungsangebot auch vom Schulamt bestätigt bekommen hat siehts ja auch gut für sie aus (Schulleitung will sie auch haben, weil wir eben bei mir im Fachbereich echt zu wenig Persoanl haben).
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Re: "Meine Referendarin"

Beitragvon krabappel » 10.01.2018, 23:38:14

Kapartia hat geschrieben:...
Was das Aufbauen angeht: Die Fachsemianrleitung hat 45 Minuten unterste Kanone auf dem Entwurf und zwar nur auf dem Entwurf rumgehackt. Von "wo haben sie denn so einen Mist gelernt" über "na und sie wollen verkürzen? da muss aber mehr kommen was ihr Können angeht, sie haben die Lerngruppe ja vollkommen falsch eingeschätzt!" ...


Okay, da hätte ich allerdings auch jegliches nicht vorhandene diplomatische Geschick vergessen :-( Sorry, weiß auch keinen Rat. Schulleitung?
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Re: "Meine Referendarin"

Beitragvon Kapartia » 11.01.2018, 0:09:53

Zitat Schulleitung "Das kriegen sie schon hin HErr ..."
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