Schüler verändert sich

Wer sich seine Sorgen und Nöte mit dem Referendariat von der Seele reden will, ist hier richtig. Vielleicht gibt es ja jemanden, der einen guten Rat hat.

Schüler verändert sich

Beitragvon LeaButterfly » 25.05.2020, 20:20:09

Hallo,
noch vor der Schulschließung passierte etwas, was mir Sorgen macht und nun durch das häusliche (nicht)Lernen schlimmer wird. Es geht um einen Schüler, den ich am Anfang dieses Jahres begonnen habe, zu unterrichten. Innerhalb der Klasse war er ein Ruhepol, hatte immer die Hausaufgaben, arbeitete gut mit usw. Zum Ende des 1. Halbjahres änderte sich das. Ich glaube, er veränderte sich wegen seiner neuen Freundin. Er kleidete sich plötzlich nur noch schwarz, färbte sich die Haare, trug Armbänder mit Stacheln und Nieten und trug schließlich schwarzen Nagellack und Lippenstift. Seine Freundin brachte ihn darauf. Seine schulischen Leistungen wurden schlechter, er wurde im.Verhalten auffälliger und macht nun im häuslichen Lernen nichts mehr. Ich mache mir Sorgen, dass er in die Satanismus-Szene abrutscht.

Ich überlege nun, wie ich ihm oder seiner Familie helfen kann. Er ist in einer leistungsstarken und sozial sehr guten Klasse, da sollte er den Anschluss nicht verlieren. Und im Moment ist das der Falll, im März sagte die Klasse mir schon, dass er sich völlig verändert hat. Die Klassenleitung kümmert sich da leider nicht.
Kann ich da was machen? Ihm und der Klasse irgendwie helfen?
Liebe Grüße
LeaButterfly
 
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Re: Schüler verändert sich

Beitragvon Amylein » 26.05.2020, 14:36:01

LeaButterfly hat geschrieben:Hallo,
noch vor der Schulschließung passierte etwas, was mir Sorgen macht und nun durch das häusliche (nicht)Lernen schlimmer wird. Es geht um einen Schüler, den ich am Anfang dieses Jahres begonnen habe, zu unterrichten. Innerhalb der Klasse war er ein Ruhepol, hatte immer die Hausaufgaben, arbeitete gut mit usw. Zum Ende des 1. Halbjahres änderte sich das. Ich glaube, er veränderte sich wegen seiner neuen Freundin. Er kleidete sich plötzlich nur noch schwarz, färbte sich die Haare, trug Armbänder mit Stacheln und Nieten und trug schließlich schwarzen Nagellack und Lippenstift. Seine Freundin brachte ihn darauf. Seine schulischen Leistungen wurden schlechter, er wurde im.Verhalten auffälliger und macht nun im häuslichen Lernen nichts mehr. Ich mache mir Sorgen, dass er in die Satanismus-Szene abrutscht.

Ich überlege nun, wie ich ihm oder seiner Familie helfen kann. Er ist in einer leistungsstarken und sozial sehr guten Klasse, da sollte er den Anschluss nicht verlieren. Und im Moment ist das der Falll, im März sagte die Klasse mir schon, dass er sich völlig verändert hat. Die Klassenleitung kümmert sich da leider nicht.
Kann ich da was machen? Ihm und der Klasse irgendwie helfen?
Liebe Grüße


Zuerst mal eine Richtigstellung bitte. Schwarz gekleidete Menschen mit Nieten und sowas haben absolut nichts mit Satanisten zu tun. Ich dachte dieses Klischee hätten wir schon vor 20 Jahren überwunden.
Deine Beschreibung klingt eher nach Richtung Gothic Szene.
Für mich klingt das nach einer ziemlich normalen Teenager Phase und die gehen meistens von alleine wieder vorbei. Und in solchen Phasen sind Lehrer oder Eltern, meistens die letzten auf die man hören möchte. Gib ihm Zeit, wenn du unbedingt möchtest, rede mit seinen Eltern über die schulischen Leistungen und dass du dir Sorgen um ihn machst.
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Re: Schüler verändert sich

Beitragvon LeaButterfly » 26.05.2020, 15:36:07

Amylein hat geschrieben:
LeaButterfly hat geschrieben:Hallo,
noch vor der Schulschließung passierte etwas, was mir Sorgen macht und nun durch das häusliche (nicht)Lernen schlimmer wird. Es geht um einen Schüler, den ich am Anfang dieses Jahres begonnen habe, zu unterrichten. Innerhalb der Klasse war er ein Ruhepol, hatte immer die Hausaufgaben, arbeitete gut mit usw. Zum Ende des 1. Halbjahres änderte sich das. Ich glaube, er veränderte sich wegen seiner neuen Freundin. Er kleidete sich plötzlich nur noch schwarz, färbte sich die Haare, trug Armbänder mit Stacheln und Nieten und trug schließlich schwarzen Nagellack und Lippenstift. Seine Freundin brachte ihn darauf. Seine schulischen Leistungen wurden schlechter, er wurde im.Verhalten auffälliger und macht nun im häuslichen Lernen nichts mehr. Ich mache mir Sorgen, dass er in die Satanismus-Szene abrutscht.

Ich überlege nun, wie ich ihm oder seiner Familie helfen kann. Er ist in einer leistungsstarken und sozial sehr guten Klasse, da sollte er den Anschluss nicht verlieren. Und im Moment ist das der Falll, im März sagte die Klasse mir schon, dass er sich völlig verändert hat. Die Klassenleitung kümmert sich da leider nicht.
Kann ich da was machen? Ihm und der Klasse irgendwie helfen?
Liebe Grüße


Zuerst mal eine Richtigstellung bitte. Schwarz gekleidete Menschen mit Nieten und sowas haben absolut nichts mit Satanisten zu tun. Ich dachte dieses Klischee hätten wir schon vor 20 Jahren überwunden.
Deine Beschreibung klingt eher nach Richtung Gothic Szene.
Für mich klingt das nach einer ziemlich normalen Teenager Phase und die gehen meistens von alleine wieder vorbei. Und in solchen Phasen sind Lehrer oder Eltern, meistens die letzten auf die man hören möchte. Gib ihm Zeit, wenn du unbedingt möchtest, rede mit seinen Eltern über die schulischen Leistungen und dass du dir Sorgen um ihn machst.



Ähm, ich gehe mal auf das ein, was ich ohne Brille lesen konnte ...
Also ich bin schon mal beruhigt, dass das nicht so schlimm ist. Ich war nur von der "Veränderung" überrascht. Also sollte ich mir da erst Zeit lassen? Vielleicht ist das ja auch nur eine Phase ...
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Re: Schüler verändert sich

Beitragvon Maximer » 28.05.2020, 17:59:15

LeaButterfly hat geschrieben:Ich überlege nun, wie ich ihm oder seiner Familie helfen kann. Er ist in einer leistungsstarken und sozial sehr guten Klasse, da sollte er den Anschluss nicht verlieren. Und im Moment ist das der Falll, im März sagte die Klasse mir schon, dass er sich völlig verändert hat. Die Klassenleitung kümmert sich da leider nicht.
Kann ich da was machen? Ihm und der Klasse irgendwie helfen?
Liebe Grüße


Machen können wir da als Lehrkräfte nur sehr bedingt etwas. Wenn die Klassenleitung kein Interesse zeigt, wird es natürlich als Fachlehrer umso schwieriger. Gibt es bei euch Schulsozialarbeit? Ggf. könnte diese etwas erreichen, oft kennen die gewisse SuS schon und haben ein Vertrauensverhältnis entwickelt, das man als "normale" Lehrkraft, die mehrere hundert SuS beim Lernen unterstützen muss, gar nicht entwickeln kann und auch nicht darf/sollte (wäre unprofessionell, ist nicht unser Job, wir sind dafür nicht ausgebildet).

Sonst halt die üblichen Dinge: Mit Schüler das Gespräch suchen, eigene Eindrücke (Ich-Botschaften) schildern, Sorgen äußern und ggf. - falls Interesse signalisiert wird - Stellen nennen, wo sich der Schüler je nach Bedarf Hilfe suchen kann (Schulsozialarbeit, Jugendberatungsstellen, Nachhilfeinstitute etc.). Bei jüngeren natürlich alles in Rücksprache/Absprache mit den Eltern. Viel mehr steht nicht in unserer Handhabe.

Wie hier schon gesagt wurde, kapseln sich pubertäre Schüler aber meistens gegenüber Erwachsenen (vor allem Autoritätspersonen) ab und blocken konsequent oder reagieren auf (nett gemeinte) Hilfsangebote sogar unbotmäßig abweisend bis aggressiv. Oft "verliere" ich sogar Schüler in dieser Phase, obwohl ich vorher super mit ihnen klar gekommen bin. Das dauert dann 1-2 Jahre, bis sie wieder vom Hormonstoß runter kommen und man wieder Zugang findet. Das müssen wir ein Stück weit akzeptieren, das müssen die Eltern schmerzvoll lernen und solange nicht akute Gefahr im Verzug ist, darf das auch so sein. Es gehört einfach zur Entwicklung dazu.

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Re: Schüler verändert sich

Beitragvon LeaButterfly » 29.05.2020, 16:06:17

Ähm...da steht, dass ich die erstmal die Füße still halten sollte bis wirklicj Gefahr im Verzug ist, oder?


Ja, ich denke auch, vielleicht mache ich mir da zu viele Gedanken. Ich war nur von der Veränderung so überwältigt ,wenn ich mir Bilder von vor einem Jahr anschaue: alles in bunt und jetzt nur noch schwarz, mit Nieten usw .
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Re: Schüler verändert sich

Beitragvon Maximer » 30.05.2020, 17:10:49

LeaButterfly hat geschrieben:Ähm...da steht, dass ich die erstmal die Füße still halten sollte bis wirklicj Gefahr im Verzug ist, oder?


Ja, ich denke auch, vielleicht mache ich mir da zu viele Gedanken. Ich war nur von der Veränderung so überwältigt ,wenn ich mir Bilder von vor einem Jahr anschaue: alles in bunt und jetzt nur noch schwarz, mit Nieten usw .



Ob du "die Füße still halten" solltest oder nicht, musst du letztlich selbst entscheiden, nur du kennst die Details und den betreffenden Schüler+Umfeld etc.

Ich will dir jetzt nicht zu nahe treten, aber du liest dich noch sehr "frisch", vermutlich also Praktikant oder Referendar mit gewissen Idealvorstellungen, die erst etwas von der Realität zurechtgestutzt werden müssen. Diesen Prozess will ich dir bestimmt nicht kaputt reden; wenn du meinst, dass der Schüler erreichbar ist und sich negativ entwickelt, dann kannst du schon probieren, ihn zu unterstützen, ein offenes Ohr anzubieten usf. Was du aber nicht tun solltest, ist in die Rolle einer Psychologin oder Freund/Freundin bzw. Vater/Mutterersatz etc. zu schlüpfen. Erstens kannst du das immer nur in Einzelfällen leisten, müsstest das rein von der Gerechtigkeit/Chancengleichheit her aber auf breiter Front anbieten, außerdem - und das ist dabei entscheidend - ist das unprofessionell und nicht unser Job als Lehrkräfte. Dafür gibt es andere Professionen, die eine entsprechende Ausbildung genossen haben und die wissen, worauf es ankommt.

Innerhalb des Rahmens unserer Profession - und das wollte ich oben sagen - liegt es aber schon, im Bedarfsfall/Zweifelsfall dafür zu sorgen, dass entsprechende Hilfsangebote geleistet werden und z.B. bei häuslichen Problemen eine adäquate Unterstützung in die Wege geleitet wird. Dafür ist es wichtig, die jeweiligen Stellen zu kennen und im Kollegium problematische Fälle zu kommunizieren. Da wird von Schule zu Schule sehr unterschiedlich gearbeitet, im schlimmsten Fall braut jeder sein eigenes Süppchen und jedwede Verantwortung wird kategorisch zurückgewiesen. Das wäre/ist im pädagogischen Sinne natürlich ebenso unprofessionell.

Dass Schüler sich in der Pubertät von Erscheinungsbild und (oberflächlichen) Auftreten her z.T. stark ändern, so dass man sie zeitweise gar nicht wiedererkennt, ist völlig normal und muss nichts bedeuten. Wenn es halt gerade deinen Lieblingsschüler getroffen haben sollte, musst du dran denken, dass du noch viele andere Schüler hast, die genauso deine Aufmerksamkeit und Fürsorge (im Rahmen dessen, was du als Lehrkraft leisten kannst/solltest) verdient haben. Aber auch hier wieder: keine Unterstellung, ich kenne dich nicht und die Situation genauso wenig.

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Re: Schüler verändert sich

Beitragvon LeaButterfly » 30.05.2020, 18:33:52

Maximer hat geschrieben:
LeaButterfly hat geschrieben:Ähm...da steht, dass ich die erstmal die Füße still halten sollte bis wirklicj Gefahr im Verzug ist, oder?


Ja, ich denke auch, vielleicht mache ich mir da zu viele Gedanken. Ich war nur von der Veränderung so überwältigt ,wenn ich mir Bilder von vor einem Jahr anschaue: alles in bunt und jetzt nur noch schwarz, mit Nieten usw .



Ob du "die Füße still halten" solltest oder nicht, musst du letztlich selbst entscheiden, nur du kennst die Details und den betreffenden Schüler+Umfeld etc.

Ich will dir jetzt nicht zu nahe treten, aber du liest dich noch sehr "frisch", vermutlich also Praktikant oder Referendar mit gewissen Idealvorstellungen, die erst etwas von der Realität zurechtgestutzt werden müssen. Diesen Prozess will ich dir bestimmt nicht kaputt reden; wenn du meinst, dass der Schüler erreichbar ist und sich negativ entwickelt, dann kannst du schon probieren, ihn zu unterstützen, ein offenes Ohr anzubieten usf. Was du aber nicht tun solltest, ist in die Rolle einer Psychologin oder Freund/Freundin bzw. Vater/Mutterersatz etc. zu schlüpfen. Erstens kannst du das immer nur in Einzelfällen leisten, müsstest das rein von der Gerechtigkeit/Chancengleichheit her aber auf breiter Front anbieten, außerdem - und das ist dabei entscheidend - ist das unprofessionell und nicht unser Job als Lehrkräfte. Dafür gibt es andere Professionen, die eine entsprechende Ausbildung genossen haben und die wissen, worauf es ankommt.

Innerhalb des Rahmens unserer Profession - und das wollte ich oben sagen - liegt es aber schon, im Bedarfsfall/Zweifelsfall dafür zu sorgen, dass entsprechende Hilfsangebote geleistet werden und z.B. bei häuslichen Problemen eine adäquate Unterstützung in die Wege geleitet wird. Dafür ist es wichtig, die jeweiligen Stellen zu kennen und im Kollegium problematische Fälle zu kommunizieren. Da wird von Schule zu Schule sehr unterschiedlich gearbeitet, im schlimmsten Fall braut jeder sein eigenes Süppchen und jedwede Verantwortung wird kategorisch zurückgewiesen. Das wäre/ist im pädagogischen Sinne natürlich ebenso unprofessionell.

Dass Schüler sich in der Pubertät von Erscheinungsbild und (oberflächlichen) Auftreten her z.T. stark ändern, so dass man sie zeitweise gar nicht wiedererkennt, ist völlig normal und muss nichts bedeuten. Wenn es halt gerade deinen Lieblingsschüler getroffen haben sollte, musst du dran denken, dass du noch viele andere Schüler hast, die genauso deine Aufmerksamkeit und Fürsorge (im Rahmen dessen, was du als Lehrkraft leisten kannst/solltest) verdient haben. Aber auch hier wieder: keine Unterstellung, ich kenne dich nicht und die Situation genauso wenig.

Maximer


Also häusliche Probleme scheint es nicht zu geben. Ich denke, dass ich da vielleicht noch etwas naiv bin. Ich werde erstmal abwarten wie sich die schulischen Leistungen entwickeln. Es könnte ja sein, dass es einfach sein Stil ist. Und du hast sicher Recht, ich muss auch die anderen im Blick haben. Danke :) Den Rest konnte ich leider nicht lesen, also bitte nicht sauer sein, wenn ich jetzt auf was nicht eingegangem bin.
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