Zukunft des Lehramtsstudiums / Lehrerausbildung

Umfrage und Diskussion über das aktuellste schulpolitische Thema

Welche Studien-/ Ausbildungsinhalte präferierst du?

Mehr erziehungswissenschaftliche Inhalte sind dringend notwendig!
34
23%
Die Fachwissenschaften müssen weiterhin den Vorrang haben. Ohne Inhalt nützt auch die beste Methode nichts!
22
15%
Eine neue Verteilung muss gefunden werden. Ein adäquater Anteil erziehungswissenschaftlicher Inhalte, ohne Vernachlässigung der Fachwissenschaften ist wünschenswert.
92
62%
 
Abstimmungen insgesamt : 148

Beitragvon Ref_NRW2005 » 28.08.2005, 21:36:08

Als weitere Verbesserungen würde ich vorschlagen:

1. Abschaffung des Beamtenstatus für die Referendare. Das würde für uns bedeuten, dass, wenn wir das Referendariat beendet haben, wir ALG 1 bekämen und nicht Angst haben müssten um unsere Wohnungen, wenn wir uns in Ruhe einen neuen Job suchen. Vielleicht könnten dann auch ganz speziell für die Referendariatsgehälter Tarifverhandlungen im Rahmen des Öffentlichen Dienstes stattfinden (damit ist bei mir die Hoffnung auf ein angemessenes Gehalt verbunden;-)).

2. Eine vorher bestimmte Vertrauensperson für die angehenden Lehrer, vergleichbar mit der Jugend- und Auszubildendenvertretung in vielen Betrieben, die bei Konflikten mit Schulleitung, Seminarleitung und Ausbildungskoordinatoren aktiv werden kann und in gewisser Weise immer eine Art "spokesperson" für die Referendare ist. Die dürfen aber nicht durch die Schulleitung bestimmt werden!

3. Den "Seiteneinstieg" als Normalweg: Keine einseitige Lehramtsqualifikation mehr. Wer in die Ref-Ausbildung einsteigt, tut dies als Bachelor oder Master, aber er kann dann auch andere Berufe ergreifen. Es gibt kein"1. Staatsexamen" in dieser Form mehr. DAs erleichtert die Situation, wenn z. B. die Sache mit dem Lehramt hinterher vielleicht nicht so klappen sollte.

4. Die Ref-Zeit auf 1 Jahr verkürzen, dementsprechend weniger U-Besuche einbauen. Es reicht aus, 1 Jahr lang total ausgebeutet zu werden, da muss nicht noch ein zweites hinter.

5. Mehr Mitsprache der Referendare, was ihre Seminarorte angeht: Keine "Kinderlandverschickungen mehr", verbindliche Versprechen, die Ortswünsche, der angehenden Refis zu berücksichtigen. Keine Sperrungen mehr, wenn der Ort nicht den Wünschen entspricht und man sich für das nächste Halbjahr noch einmal bewirbt.

6. Einfacheres Wechseln der Ausbildungsschulen ermöglichen - oder möglicherweise erlauben, dass nicht die Seminare zugewiesen werden, sondern dass die angehenden Referendare sich direkt bei den Ausbildungsschulen bewerben. Klar, unattraktive Gegenden wie Gelsenkirchen oder der HSK werden dann große Probs haben, Bewerber zu finden, aber dann müssen die sich da eben etwas Besonderes für die Leute einfallen lassen, was andere nicht bieten, das bringt mehr Wettbewerb um die Referendare und verbessert letztlich die Ausbildung.

Klar, das ist utopisch, aber das sind erst mal meine Ideen.

Grüße
Ref_NRW2005
Ref_NRW2005
 
Beiträge: 71
Registriert: 22.08.2005, 16:53:02

Beitragvon teachfreak » 28.09.2005, 13:25:35

Das größte Problem in Deutschland ist die Länderhoheit, denn dies ist der Bildungsverhinderer Nr. 1 in meinen Augen.

Es kann nicht sein, daß jeder sein eigenes Süppchen kocht, und die Unterschiede bzw. die Unfähigkeit der Politik von Lehrern, Referendaren und Schüler auszubaden sind. Das kostet jede Menge Steuergelder für viele überflüssige Verwaltungsposten, die dann z.B. für Schulen und Lehrereinstellungen fehlen.

Wie alle Studiengänge sind auch die Lehramtsstudiengänge gründlich zu reformieren, mit der formalen Umstellung auf Bachelor/Master ist es nicht getan.

Allerdings mache ich mir da wenig Hoffnung, denn die Interessen des Länder/Politiker/Ministerien etc. wiegen anscheinend oft schwerer als die Bedürfnisse der Schüler oder der Lehrerausbildung.

Die Bildungsdiskussion in Deutschland ist auch sehr ideologiebehaftet, es wird leider fast nie an der Sache diskutiert. Außerdem bezweifle ich, daß Professoren, Lehrer und auch viele Studenten überhaupt Reformen wollen, denn das erfordert anstrengende Prozesse und man hat es doch bequem.

Der Beamtenstatus für Professoren, Lehrer etc. gehört für die Mehrzahl abgeschafft, genauso wie für andere Berufe. Ich finde es untragbar, daß man Profs, die ihren Lehrauftrag schlecht bis nicht erfüllen, nicht kündigen kann. Und eine Qualitätskontrolle ibt es auch nicht. Unser Staat hat außerdem zu viele Beamte.
Berufliche Schulen / Berufsschule
teachfreak
 
Beiträge: 5
Registriert: 31.08.2005, 19:44:08
Wohnort: Bayern

Beitragvon julia242 » 30.01.2006, 16:05:37

1. müsste schule im allgemeinen nicht mehr länder-, sondern bundessache sein
2. sollte das studium VIEL praxisorientierter sein, eher schon in richtung ausbildung (zb mit blockunterricht - pädagogik, psychologie usw. - wie an berufsschulen)
3. wäre es sinnvoller, zum stufenlehrer (also klasse 1/2 oder klasse 3/4 oder klasse 5/6 usw.) als - wie in bawü zb - zum grund- und hauptschullehrer ausgebildet zu werden
julia242
 
Beiträge: 29
Registriert: 18.01.2006, 11:37:59
Wohnort: Stuttgart

Beitragvon dapapa » 13.02.2006, 13:31:23

Servus !


Eine kleine Anekdote, die ich hier aus der Sueddeutschen Zeitung vom Wochenende sinngemaess zitieren moechte:

+++++++++++++++++++++++++++
Ein Mann, 39 Jahre alt und kein Lehrer, unterrichtet 2,5 Jahre lang eine Klasse in Sport und Mathematik, bis ihn seine Exfrau verpfeift.

Schulleiter, Lehrerkollegen, Schueler und Eltern waren aber bislang hochzufrieden mit diesem "Lehrer".

Bei einem Wettbewerb (vermutlich Mathematik) belegte seine Klasse sogar den ersten Platz in Unterfranken.


Jetzt ist er dran wegen Urkundenfaelschung und Betrugs.
++++++++++++++++++++++++++++


Passend zum Thema :-)

Ich wuensche mir eine rege Diskussion.



dapapa
dapapa
 
Beiträge: 75
Registriert: 23.05.2005, 12:27:04

Beitragvon Beatrice » 13.02.2006, 23:18:15

Dem Mann droht nun eine Befoerderung zum Schulleiter. ;-) Ich vermute, sein II. Staatsexamen war keine Faelschung sondern eine Teilnahmebescheinigung des Tennisclubs, dem man mehr Beachtung schenkt als den regulaeren Bewerbungsunterlagen.

Ein gutes Beispiel dafuer, mit welchen Qualifikationen jemand ausgestattet werden muss, um die Elite deutscher Paedagogen wie Trottel vorzufuehren. Einziges Trostpflaster fuer Lehrer: Das kommt selbst in guten Familien vor, sprich der Medizin! Nicht jeder, der im Krankenhaus einen Kittel traegt, ist Arzt.

Leider muss man schon ziemlich daemlich sein, einen Beruf vorzugeben, den man ohnehin von der Landesregierung geschenkt bekommt -- vorausgesetzt, man bringt irgendein Diplom fuer die Anerkennung mit. Der Mann haette mehr Verstand bewiesen, wenn man ihn ohne Flugerlaubnis auf den Pilotensitz eines Airbus entdeckt haette -- selbstverstaendlich nach seiner Landung in Florida!

Beatrice
Die Sprache ist die Quelle aller Missverständnisse. (Antoine de Saint-Exupéry)
Beatrice
 
Beiträge: 299
Registriert: 31.05.2005, 12:49:15

Beitragvon dapapa » 14.02.2006, 13:18:57

Servus !

... na na na ... Bea .... Du faellst mal wieder mit der Tuer ins Haus.


Ueber die Qualifikationen dieses Mannes stand leider nichts in dem Bericht. Vielleicht war er ja Diplom-Mathematiker oder Diplom-Sportlehrer (nicht Lehramt).

Es ging mir vielmehr darum diese kontroverse Diskussion wieder ein wenig anzuregen. Den Artikel nahm ich als Anlass dazu.

Was mich allerdings sehr wundert:
Da hat man einen scheinbar erfolgreichen Kollegen an der Hand und anstatt ihn irgendwie ins Boot zu ziehen, schmeisst man ihn raus und haengt ihm ein Verfahren an. Anschliessend holt man Lehrerkollegen aus Oesterreich, um den (angeblichen) Lehrermangel zu decken.

Apropos Sport:
In diversen Sportarten ist es ueblich, das Alter beim Ablegen der Trainerpruefung anzurechnen. Leuten ab 40 Jahren wird also eine erhoehte paedagogische Kompetenz zugetraut - was ich ansich sehr positiv empfinde.
Warum allerdings rechnet man diesen Leuten nicht auch noch eventuelle eigene Kinder an ?

Warum wird Lebenserfahrung/eigene Kinder nicht auch bei Lehramtsanwaertern mitberuecksichtigt ?

Fragen ueber Fragen ......



dapapa
dapapa
 
Beiträge: 75
Registriert: 23.05.2005, 12:27:04

Beitragvon Beatrice » 14.02.2006, 15:11:57

Seine Ex hat ihn verpfiffen! Man sollte eben dem Partner nicht ALLES erzaehlen. Da sieht man es wieder, wie weit man mit Ehrlichkeit kommt! Der wird sich raechen wollen -- an der Ex!

Beatrice
Die Sprache ist die Quelle aller Missverständnisse. (Antoine de Saint-Exupéry)
Beatrice
 
Beiträge: 299
Registriert: 31.05.2005, 12:49:15

Vorherige

Zurück zu Thema des Monats

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste