Gewalt an Schulen

Umfrage und Diskussion über das aktuellste schulpolitische Thema

Beitragvon Olli K. » 03.05.2006, 20:30:09

Da wir uns hier ja in einem Referendar-Forum befinden, sollten die praktischen Erfahrungen eigentlich Voraussetzung sein. Die Anzahl von Schulen ohne signifikanten Ausländeranteil lassen sich ja - die neuen Länder einmal ausgenommen - an einer Hand abzählen. Glaub mir, ich weiß schon wovon ich rede. Ich hab im Studium bereits 1,5 Jahre Vertretungsunterricht gegeben und mein Ref. währt auch nicht mehr allzu lange. Zudem gibt es einige Lehrer in meiner direkten Verwandtschaft...
Reicht das als Realitätsbeweiß? Die ZDF-Serie birgt lediglich das Potential in sich, auch die breite Öffentlichkeit wachzurütteln. Denn anscheinend ist kaum jemandem bewußt, daß in den westlichen Bundesländern bereits 30-50% aller Schüler zumindest einen Elternteil mit "Migrationshintergrund" haben. Tendenz stark ansteigend...
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Beitragvon nele » 03.05.2006, 20:35:37

Skara hat geschrieben:Mehr Wissen bedeutet nicht Rücksicht, sondern Absicht. Ein Selbstverteidigungskurs begünstigt Gewalt um selbst Gewalt anwenden zu dürfen bzw. zu können.


Beruht diese - ich sage mal etwas skurrile - Einschätzung auf persönlicher Erfahrung? Was für Selbstverteidigungskurse dieser Art hast du denn besucht?

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Beitragvon Bär » 04.05.2006, 11:13:09

Olli K. hat geschrieben:Da wir uns hier ja in einem Referendar-Forum befinden, sollten die praktischen Erfahrungen eigentlich Voraussetzung sein. Die Anzahl von Schulen ohne signifikanten Ausländeranteil lassen sich ja - die neuen Länder einmal ausgenommen - an einer Hand abzählen. Glaub mir, ich weiß schon wovon ich rede. Ich hab im Studium bereits 1,5 Jahre Vertretungsunterricht gegeben und mein Ref. währt auch nicht mehr allzu lange. Zudem gibt es einige Lehrer in meiner direkten Verwandtschaft...
Reicht das als Realitätsbeweiß? Die ZDF-Serie birgt lediglich das Potential in sich, auch die breite Öffentlichkeit wachzurütteln. Denn anscheinend ist kaum jemandem bewußt, daß in den westlichen Bundesländern bereits 30-50% aller Schüler zumindest einen Elternteil mit "Migrationshintergrund" haben. Tendenz stark ansteigend...


Naja, hier posten nicht nur Referendare. Wie dem auch sei, das ist doch sehr verallgemeinerrnd. Das klingt ja so, als wäre ein Ausländer "von Natur aus" gewalttätig und nicht integrationswillig. Die soziale Situation von Ausländern ist oft wesentlich schlechter als die von Deutschen, und wie Du schon richtig geschrieben hast, machen Deutsche mit sozialen Problemen auch Probleme in der Schule. Das ist jetzt die Meinung gegen die Du Dich am Anfang ausgesprochen hast. Ausserdem finde ich diese Stellungnahme von einem Lehrer bedenklich. Ich kenne Lehrer, die an sehr schwierigen Schulen, mit sehr hohem Ausländeranteil und hoher Gewaltbereitschaft arbeiten, und die die Schüler dafür nicht beschuldigen, sondern ihre berufliche und familiale Situation als Grund sehen und zu helfen versuchen. Wie soll man sonst dort arbeiten? Du kannst ihnen schlecht sagen : Ihr Ausländer, warum integriert ihr euch eigentlich nicht?? Damit bestätigst Du ja nur ihren Eindruck nicht dazuzugehören.
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Beitragvon Olli K. » 04.05.2006, 19:13:52

Wenn Du meinen Text richtig liest, wirst Du feststellen, daß ich mir nicht widerspreche. Wie dem auch sei, natürlich gibt es Deutsche Problemkinder, im Durchschnitt ist das Aggressionspotential bei Ausländern aber höher. Dies ist zunächst eine Aussage ohne Bewertung der Gründe - unpopulär, aber nicht von der Hand zu weisen. Warum das so ist - und nicht anders sein kann - liegt im Sozialverhalten von Menschen begründet, welches nun einmal evolutionär begründet ist und auch durch "Aufklärung" und/oder irgendwelche Integrationsprogramme nicht verändert werden kann. Fremdartige Menschen - zu unterscheiden aufgrund äußerlicher oder sprachlicher Andersartigkeit - sind für die "eingeborene" Bevölkerung nur solange problemlos tolerierbar, wie sie in geringer Anzahl vorhanden sind. Gleiches gilt für die Integrationsbereitschaft der Fremden. Nimmt die Anzahl zu, so finden Isolierungsprozesse bzw. Frontenbildungen statt. Das Problem an unseren Schulen ist, daß es DIE Ausländer nun einmal nicht gibt, sondern viele verschiedene Einwanderer aus vielen verschiedenen Ländern dieser Erde. Somit potenzieren sich genannte Prozesse auch unter den hier lebenden Ausländern. Das endet dann in Bandenkämpfen zwischen Schwarzafrikanern und Arabern, Jugoslawen und Asiaten, Russen und Türken und natürlich mittendrin die wenig verbliebenen Deutschen. Aus diesem Grund haben Schulen mit erhöhtem Ausländeranteil im Schnitt immer ein größeres Gewaltproblem, auch wenn die Grünen das vehement bestreiten.
Natürlich haben Ausländer zumeist soziale Probleme, denn ein Großteil lebt von Sozialhilfe. Würden wir wie andere Nationen unsere Einwanderer nach beruflichen Qualifikationen auswählen, könnte sich die soziale Situation dieser zwar verbessern, das Gewaltproblem bliebe aber dennoch bestehen. Und wer noch nicht eingesehen hat, daß Multi-Kulti gescheitert ist, der erinnere sich mal eben an die Vorkommnisse in Frankreich.
Ich selbst sehe keine Bedenken für meine Tätigkeit als Lehrer, denn glücklicherweise war ich weitsichtig genug, gymnasiales Lehramt zu studieren. An einer Hauptschule würde ich nicht arbeiten wollen. Es wird zwar mit Hochdruck daran gearbeitet, das Gymnasium zur Regelschule umzufunktionieren, doch solche Verhältnisse bleiben mir wohl zunächst erspart. Ich bin Realist und verschwende keine Zeit, um an falscher Stelle irgendwelche Hilfsaktionen zu starten, die doch nur verpuffen. Außerdem bin ich Lehrer und kein Sozialarbeiter...
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Beitragvon Bär » 04.05.2006, 19:34:51

Olli K. hat geschrieben:Wenn Du meinen Text richtig liest, wirst Du feststellen, daß ich mir nicht widerspreche. Wie dem auch sei, natürlich gibt es Deutsche Problemkinder, im Durchschnitt ist das Aggressionspotential bei Ausländern aber höher. Dies ist zunächst eine Aussage ohne Bewertung der Gründe - unpopulär, aber nicht von der Hand zu weisen. Warum das so ist - und nicht anders sein kann - liegt im Sozialverhalten von Menschen begründet, welches nun einmal evolutionär begründet ist und auch durch "Aufklärung" und/oder irgendwelche Integrationsprogramme nicht verändert werden kann. Fremdartige Menschen - zu unterscheiden aufgrund äußerlicher oder sprachlicher Andersartigkeit - sind für die "eingeborene" Bevölkerung nur solange problemlos tolerierbar, wie sie in geringer Anzahl vorhanden sind. Gleiches gilt für die Integrationsbereitschaft der Fremden. Nimmt die Anzahl zu, so finden Isolierungsprozesse bzw. Frontenbildungen statt. Das Problem an unseren Schulen ist, daß es DIE Ausländer nun einmal nicht gibt, sondern viele verschiedene Einwanderer aus vielen verschiedenen Ländern dieser Erde. Somit potenzieren sich genannte Prozesse auch unter den hier lebenden Ausländern. Das endet dann in Bandenkämpfen zwischen Schwarzafrikanern und Arabern, Jugoslawen und Asiaten, Russen und Türken und natürlich mittendrin die wenig verbliebenen Deutschen. Aus diesem Grund haben Schulen mit erhöhtem Ausländeranteil im Schnitt immer ein größeres Gewaltproblem, auch wenn die Grünen das vehement bestreiten.
Natürlich haben Ausländer zumeist soziale Probleme, denn ein Großteil lebt von Sozialhilfe. Würden wir wie andere Nationen unsere Einwanderer nach beruflichen Qualifikationen auswählen, könnte sich die soziale Situation dieser zwar verbessern, das Gewaltproblem bliebe aber dennoch bestehen. Und wer noch nicht eingesehen hat, daß Multi-Kulti gescheitert ist, der erinnere sich mal eben an die Vorkommnisse in Frankreich.
Ich selbst sehe keine Bedenken für meine Tätigkeit als Lehrer, denn glücklicherweise war ich weitsichtig genug, gymnasiales Lehramt zu studieren. An einer Hauptschule würde ich nicht arbeiten wollen. Es wird zwar mit Hochdruck daran gearbeitet, das Gymnasium zur Regelschule umzufunktionieren, doch solche Verhältnisse bleiben mir wohl zunächst erspart. Ich bin Realist und verschwende keine Zeit, um an falscher Stelle irgendwelche Hilfsaktionen zu starten, die doch nur verpuffen. Außerdem bin ich Lehrer und kein Sozialarbeiter...


Hm, ich kenne sehr gut integrierte und sehr freundliche und ruhige Ausländer, sogar Schwarze. Weiss nicht was da "durch die Evolution" bedingt sein soll. Ich kenne auch reiche Weisse, die mit ihren fetten Autos andere Autos wegdrängen und sich im Verkehr sehr agressiv verhalten. Also ich bezweifle, dass man das ganze zu sehr verallgemeinern kann : Für mich ist das eher ein reich/arm Konflikt als ein "Fremdartige" (so fremdartig sind die Leute übrigenms garnicht)/"Eingeborene". Kennst Du eigentlich Ausländer persönlich? Oder sind die die Ausnahme, die die Regel bestätigt? ..nur mal neugierig..
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Beitragvon Olli K. » 05.05.2006, 0:19:56

Natürlich kenne ich - wie wohl so ziemlich alle Deutschen - Ausländer. Und genau da liegt ja der Hund begraben. Natürlich gibt es welche, die sich integrieren. Diese Tatsache darf aber nicht darüber hinweg täuschen, daß es hier nicht um Einzelfälle geht, sondern um den Regelfall.
Die Evolution hat dafür gesorgt, daß man Fremden gegenüber mißtrauisch ist, gerade wenn sie in großer Zahl daherkommen. Ebenso sorgte sie umgekehrt dafür, daß sich Menschen gleicher Abstammung zusammen"rotteten". Das hatte auch gute Gründe, ansonsten wäre die Menschheit heut nicht da, wo sie ist. Das mag uns "modernen" Menschen befremdlich erscheinen, doch lassen sich Urinstinkte nicht mal so eben abstellen, nur weil uns erzählt wird, daß wir es doch besser wissen sollten. Jede multi-kulturelle Gesellschaft ist ein Pulverfaß. In Zeiten der Not sind sich die Menschen gleicher ethnischer Abstammung wieder am nächsten. Ein Blick nach New Orleans mag da sehr aufschlußreich sein. Natürlich wird jetzt wieder jemand sagen, daß läge nur am arm-reich Unterschied, doch der sollte sich - wie übrigens alle Lehrer - mal etwas intensiver mit Verhaltensgenetik beschäftigen. Dann würde nämlich auch endlich dieses Halbwissen, welches in den letzten Jahrzehnten propagiert wurde, bald der Vergangenheit angehören.
Klar gibt es aggressive Deutsche. Diese Aggression kann sich gegen andere Deutsche oder aber gegen Ausländer richten. In beiden Fällen ist dies höchst unerwünscht. Allerdings ist eine Gesellschaft mit vielen verschiedenen ethnischen Gruppen wie erwähnt nun einmal konfliktpotentialreicher. Es ist nun aber einmal keine Option alle hier lebenden Deutschen auszusiedeln, um die Konflikte in den Griff zu bekommen. Ebenso dürfte es schwierig sein, daß Gegenteil zu veranlassen. Die einzige Option kann daher nur sein, die Zeichen der Zeit zu erkennen und zumindest die übermäßige Zuwanderung zu stoppen.
Wie "Bär" gesagt hat, es gibt Ausländer, die sich integrieren wollen. Daher dürfte ein verträgliches Maß nicht überschritten werden. Das ist nun leider bereits geschehen, doch wäre es falsch, nun nach dem Motto: "Dann ist es auch egal" die Sache weiter schleifen zu lassen. Ansonsten ist zukünftig nämlich gar kein Unterricht mehr möglich. Und nebenbei erwähnt, ich habe naturgemäß in einer Großstadt studiert - Leben möchte ich dort sicher nicht mehr. Nachts heim zu kommen war doch immer wieder ein Abenteuer...
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Beitragvon Herbie » 05.05.2006, 11:43:02

Hi!

Eine Drosselung der Zuwanderung wird es keinesfalls geben. Schon allein wegen der demographischen Entwicklung, die sich in Deutschland genauso wie in anderen hochentwickelten Staaten abzeichnet.

Allerdings könnten wir uns mal an manch anderen Ländern orientieren, denn die schauen sich zum Teil sehr viel genauer an, wen sie aufnehmen und wen nicht. Dort werden Leistungsträger ins Land gelockt, und man muß als Einwanderer davon ausgehen, daß man zumindest in den ersten Jahren keinerlei Leistungen aus den bestehenden Sozialsystemen beziehen kann.

In Deutschland sieht das anders aus. Hier heißt die Devise: „Das kann man doch nicht machen!“ – Wir nehmen in großer Zahl Menschen auf, die direkt ins soziale Netz fallen, und begnügen uns damit, den Mißerfolg der mangelnden Integrationsarbeit der Schulen zuzuschreiben.

Ich denke, in den nächsten Jahren werden wir eines in aller Deutlichkeit erkennen:
  • Junge, gutausgebildete, erwerbsfähige Menschen, die als Kinder, Jugendliche und Studenten viele Leistungen des Sozialstaates in Anspruch genommen haben und nun als echte Leistungsträger die Wirtschaftskraft des heimischen Standorts und die Sozialkassen stärken könnten, wandern dorthin aus, wo für sie die Bedingungen besser sind. Siehe auch: FAZ-Artikel.
  • Gleichzeitig strömen viele Menschen vom Ausland zu uns, für die Deutschland nach wie vor ein sehr attraktiver Lebensraum ist. Von diesen Menschen sind allerdings die meisten arm und ungelernt. Bei einem nicht unerheblichen Teil darf der Wille zur Integration massiv bezweifelt werden. (Kostenlose Deutschkurse, die trotz intensiver Werbung nicht in Anspruch genommen werden, mögen mal als ein einzelnes Beispiel genannt werden.) Viele dieser Menschen fallen direkt ins soziale Netz.
Ich weiß, daß ich mit diesem Beitrag ein wenig vom vorgegebenen Diskussionthema „Gewalt an Schulen“ abgewichen bin. Doch mein Beitrag ist einerseits im Zusammenhang mit dem darüberstehenden zu sehen, und andererseits haben die Probleme an den Schulen haben mit Völkerwanderungen eben sehr viel zu tun.
Gruß von Herbie
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