Grundschullehrer fodern Gymnasiallehrergehalt

Umfrage und Diskussion über das aktuellste schulpolitische Thema

Grundschullehrer fodern Gymnasiallehrergehalt

Beitragvon Puckin » 24.08.2011, 19:46:48

http://www.sueddeutsche.de/karriere/lohnunterschiede-zwischen-lehrern-grundschullehrer-fordern-gymnasialgehaelter-1.1118555


Grundschullehrer bestreiten die von Gymnasiallehrern oft genutze Aussage, dass "ihr" Lehramt ein gesteigerte wissenschaftliche Kompetenzen verlangt und fordern gleichen Lohn.
Ist das berechtigt?

(konnte das Thema bei Thema des Monats nicht erstellen)
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Re: Grundschullehrer fodern Gymnasiallehrergehalt

Beitragvon LatinaTeacharin » 24.08.2011, 19:49:55

Ist es nicht - man vergleiche einmal die Länge/Dauer der Ausbildung, die geforderten fachlichen Inhalte/Ansprüche und v.a. den Arbeitsalltag (Kursstufe - Korrekturen - Abitur).
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Re: Grundschullehrer fodern Gymnasiallehrergehalt

Beitragvon Brotkopf » 24.08.2011, 20:27:36

Also ich glaube nicht, dass die angeblich gesteigerte wissenschaftliche Kompetenz ausschlaggebend ist. Grundschullehrer leisten fachlich bestimmt nicht so viel wie Sek2-Lehrer, dafür aber in anderen Bereichen mindestens genauso viel, denke da gerade an Didaktik und Methodik, Pädagogik, verscheidene Lernbehinderungen, Erziehung, Verhaltensauffälligkeiten und und und ...
Ich denke der Gehaltsunterschied ist eher durch den erhöhten Arbeitsaufwand in der Sek2 gerechtfertigt.
Ich bin Grundschullehrerin, meine Freundin unterrichtet Englisch und Deutsch, hauptsächlich Oberstufenkurse. Wo ich in den kleinen Ferien doch hauptsächlich frei habe, korrigiert sie durch. Ebenso an den Wochenenden! Denke ich aber an meinen Burder, der Physik und Sport unterrichtet, sehe ich keinen Unterschied im Arbeitsaufwand. Wir arbeiten beide etwa gleich viel.
Ich denke eine gerechte Bezahlung kann es nicht geben. Der eine arbeitet mehr, der andere weniger. Korrekturfächer, Anspruch der Schule, Anspruch der Eltern, Einzugsgebiet, eigenes Engagement etc ...
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Re: Grundschullehrer fodern Gymnasiallehrergehalt

Beitragvon frlkassandra » 24.08.2011, 20:40:21

In Japan stehen "Erzieherinnen" in etwa aufderselben Gehaltsstufe (und auch vom Ansehen her) wie Professoren, die Ausbildung beinhaltet einen Hochschulabschluss.

v.a. den Arbeitsalltag (Kursstufe - Korrekturen - Abitur).

da würde ich mich nicht allzuweit aus dem Fenster lehnen

In der GS ist wohl der "Spagat" viel größer, man MUSS viel mehr differenzieren, viel mehr fördern, was Gymnasiallehrern egal sein kann (insbesondere wenn sie nach der Methode "friss oder stirb" vorgehen)... es sind zwar leichte Korrekturen, aber wohl viel mehr. Bei meinen Kindern wird/wurde von den GS-Lehrern fast alles nachgeschaut ... ich weiß gar nicht wie die das hinbekommen.

Die Vorbereitung schätze ich nicht minder material und vorbereitungsintensiv ein.

Die Studiendauer ist ein bisschen kürzer, das Referendariat in vielen Bundesländern gleich lang.
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Re: Grundschullehrer fodern Gymnasiallehrergehalt

Beitragvon Rotschreiber » 24.08.2011, 20:48:09

2 gehaltvolle Beiträge (ok, mit meinem 3 :wink: ) und einmal Stammtischniveau...

Viele wohl ihren Bereich mehr oder weniger verteidigen wollen...
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Re: Grundschullehrer fodern Gymnasiallehrergehalt

Beitragvon Hubselzwerg » 24.08.2011, 22:01:22

Ich habe noch nie verstanden, was diese Ungleichbehandlung soll. Nicht nur der finanzielle Aspekt, auch die untetschiedlich hohe Stundenzahl.
Ich bin nicht an der GS (HS/RS), aber ich kann mur nicht vorstellen, dass es weniger Arbeitsaufwand ist eine Mathestunde für 8jährige gut vorzubereiten als für einen Oberstufenkurs.
Vor allem, wenn ich an meinen Unterricht früher denke. Oder jetzt an den meiner Kinder. Bei manchen Gymnasiallehrern scheinen sich Pädagogik und Didaktik in "friss oder stirb" zu erschöpfen. Wer es nich kann "gehört hier eben nicht hin."
Und ich finde auch nicht, dass man das Fachliche nun so besonders honorieren muss.
Auch eine vernünftige didaktische Reduktion kann man nur durchführen, wenn man die Materie durchdrungen hat.
Mein Sohn (Oberstufe) hat gestern erzählt, dass seine Lehrerin Beschleunigung und Geschwindi :shock: gkeit verwechselt hat. Und die wird nun also besser bezahlt als ich, weil sie ja viel mehr Physik studiert hat?? Genützt hat es ja anscheinend nichts. Sie weiß sicher mehr über theoretische Physik als ich- nur nützt das an der Schule nunmal nichts.

Am Gymnasium werden schwierige Schüler nach "unten" abgegeben.

Und was machen Hauptschullehrer?? Ist das sich Herumschlagen mit den oft schwierigen Schülern weniger wert als der ach so tolle fachliche Hintergrund?

An jeder anderen Schulform als dem Gym ist es normal, fachfremd zu unterrichten. Das kostet gewaltig Vorbereitungszeit.

Die unterschiedliche Bezahlung hat ganz sicher nichts mit dem Arbeitsaufwand zu tun.
Denn dann müsste man ja auch zwischen den Fächern unterscheiden, zwischen Schulstandorten, Lehrern mit Klassenleitung und ohne...

Das Ganze hat wohl eher mit sowas wie einem Standesdünkel zu tun.

Nun steht es ja jedem frei, für welches Lehramt er sich entscheidet.
Ich wollte nie ans Gym und bereue meine Entscheidung auch nicht.
Hätten bei meiner Berufswahl die finanziellen Aspekte die Hauptrolle gespielt, dann wäre ich nicht Lehrerin geworden.

Aber ungerecht finde ich es trotzdem. Und ich konnte Ungerechtigkeiten noch nie leiden.
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Re: Grundschullehrer fodern Gymnasiallehrergehalt

Beitragvon Pattzer » 24.08.2011, 23:31:23

Dieses Thema hatten wir hier ja schon öfters. :-)

Ich finde die Forderungs absolut abwegig.
Überall ist es eine Selbstverständlichkeit, dass die höher wertigere Ausbildung zum höheren Verdienst führt. Warum sollte das gerade bei Lehrern anders sein?

Die Staatsexamens-Prüfung Mathematik Realschule ist in Bayern auf dem Niveau der Zwischenprüfung der Gymnasial-Studenten! Die Grundschullehrer werden sicherlich noch eine Stufe fachlich weniger machen.

Das kann auch der höhere Studienaufwan in Psychologie und Pädagogik meiner Ansicht nach nicht adäquat ersetzen!

In meinen Augen geht es hier um Gleichmacherei (darum auch immer wieder die wahnwitzige Forderung auch nach einer Gesamtschule und längerem gemeinsamen Lernen) und Neid.

Jeder, der heute Grundschullehrer ist, wusste, als er sich für diesen Beruf entschieden hat, dass er weniger verdienen wird als ein Gym-Lehrer.
Hätten einige Gym-Lehrer gewusst, dass sie genau das gleich Geld bekommen sollen wie ein Grundschullehrer hätten sie vlt. auch die Finger von dem anspruchsvolleren Studium gelassen!
Pattzer
 

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