Grundschullehrer fodern Gymnasiallehrergehalt

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Re: Grundschullehrer fodern Gymnasiallehrergehalt

Beitragvon Valerianus » 13.05.2012, 21:41:56

Dann vergleiche halt den Diplom-Chemiker und den Dr. rer.nat. in der Industrie. Der Doktor bringt noch nicht mal besonders was (außer wirklich in dem Spezialfeld), trotzdem sind die Gehaltsunterschiede da. Warum? Weil die Qualifikation eine andere ist, weil der eine nachgewiesen hat, dass er etwas kann, was der andere vielleicht auch kann und macht, aber nicht nachgewiesen hat. Ich finde ja auch, dass Latina manchmal etwas übertreibt mit der Härte, aber die Feld ist nunmal kein Flauschballfeld...
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Re: Grundschullehrer fodern Gymnasiallehrergehalt

Beitragvon nele » 14.05.2012, 6:18:44

Ich bin promoviert und arbeite im gleichen Feld wie die anderen Kollegen. Krieg ich jetzt mehr Geld?


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Re: Grundschullehrer fodern Gymnasiallehrergehalt

Beitragvon Illi-Noize » 14.05.2012, 14:12:45

nele hat geschrieben:Ich bin promoviert und arbeite im gleichen Feld wie die anderen Kollegen. Krieg ich jetzt mehr Geld?


Nele

Nein, denn die Promotion ist keine Voraussetzung, um als Lehrer zu arbeiten. Das ist eine "Überqualifikation", die natürlich nicht bezahlt wird ;-)
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Re: Grundschullehrer fodern Gymnasiallehrergehalt

Beitragvon ritesa » 16.05.2012, 15:54:31

[quote="LatinaTeacharin"]... bekommt dann nicht die Krankenschwester dasselbe Gehalt wie der Arzt? - Beide haben auf Station doch ziemlichen Stress.

Und müsste man dann nicht auch den Vier-Sterne-Koch genauso hoch entlohnen wie den Kellner?[/quote]

Eine Krankenschwester hat i.d.R. eine Ausbildung und einen begrenzten Zuständigkeitsbereich, der Arzt ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Ein Koch hat i.d.R. eine Ausbildung und wird i.d.R. nach Können bezahlt, Kellner sind oft ungelernte Kräfte. Ein "Chef"kellner in einem Luxusrestaurant wird sicher auch recht gut bezahlt.

Sämtliche Lehrer haben einen Hochschulabschluss + Referendariat, sind somit ausgebildete "Wissenschaftler" oder "Akademiker". Bei den einen liegt der Schwerpunkt auf den (vertieften) Fachwissenschaften, bei den anderen auf der (ebenso wissenschaftlichen) Pädagogik. Somit kann ich von der Ausbildung her (zumindest formell) keinen qualitativen Unterschied feststellen.

Über die Unterrichtsbelastung, Korrekturbelastung, Vorbereitungszeit etc. sollte es Studien geben. Ob dadurch die Unterschiede in Stundenzahl und Gehalt gerechtfertigt werden, kann ich spontan nicht sagen. Meine persönliche Erfahrung als ausgebildeter Gymnasiallehrer, der aktuell an einer Haupt-/Mittelschule unterrichtet, kann diese Unterschiede allerdings kaum rechtfertigen.

Problematisch und einen Gedanken wert ist zumindest, dass auch durch die Gehaltsstruktur die Arbeit als Haupt- oder Grundschullehrer unattraktiver wird.
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Re: Grundschullehrer fodern Gymnasiallehrergehalt

Beitragvon LatinaTeacharin » 16.05.2012, 16:41:36

## Problematisch und einen Gedanken wert ist zumindest, dass auch durch die Gehaltsstruktur die Arbeit als Haupt- oder Grundschullehrer unattraktiver wird. ##

Und warum studieren dann die Frauen, die schon immer "was mit Kindern" machen wollten, LA G(H)S?

## Sämtliche Lehrer haben einen Hochschulabschluss + Referendariat, sind somit ausgebildete "Wissenschaftler" oder "Akademiker". Bei den einen liegt der Schwerpunkt auf den (vertieften) Fachwissenschaften, bei den anderen auf der (ebenso wissenschaftlichen) Pädagogik. Somit kann ich von der Ausbildung her (zumindest formell) keinen qualitativen Unterschied feststellen. ##

Wenn man keinen Unterschied feststellen will, dann stellt man auch keinen fest.
Sind sie eben nicht - 7 Semester in BW an einer PH (LA GS) sind nun mal nicht gleichzusetzen mit 10 Semestern Universitätsstudium und erstem Staatsexamen für LA Gym/BBS.
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Re: Grundschullehrer fodern Gymnasiallehrergehalt

Beitragvon ritesa » 16.05.2012, 17:47:16

[quote="LatinaTeacharin"]## Problematisch und einen Gedanken wert ist zumindest, dass auch durch die Gehaltsstruktur die Arbeit als Haupt- oder Grundschullehrer unattraktiver wird. ##

Und warum studieren dann die Frauen, die schon immer "was mit Kindern" machen wollten, LA G(H)S?[/quote]

Ich sehe dieses Phänomen primär bei LA Grundschule - eben weil sie etwas mit Kindern machen wollen und nicht mit Jugendlichen / jungen Erwachsenen.

[quote="LatinaTeacharin"]
## Sämtliche Lehrer haben einen Hochschulabschluss + Referendariat, sind somit ausgebildete "Wissenschaftler" oder "Akademiker". Bei den einen liegt der Schwerpunkt auf den (vertieften) Fachwissenschaften, bei den anderen auf der (ebenso wissenschaftlichen) Pädagogik. Somit kann ich von der Ausbildung her (zumindest formell) keinen qualitativen Unterschied feststellen. ##

Wenn man keinen Unterschied feststellen will, dann stellt man auch keinen fest.
Sind sie eben nicht - 7 Semester in BW an einer PH (LA GS) sind nun mal nicht gleichzusetzen mit 10 Semestern Universitätsstudium und erstem Staatsexamen für LA Gym/BBS.[/quote]

Hier habe ich mich vorher nicht gut genug informiert. Für Bayern sind es für LA GS/HS/RS 7 Semester Regelstudienzeit, LA Gymnasium 9 Semester, allerdings beides Universitätsstudium. Somit lässt sich auf jeden Fall ein relevanter quantitativer Unterschied feststellen.

Dieser Aspekt rechtfertigt natürlich einen gewissen Unterschied*. Bleibt noch die Frage, ob 28 bzw. 29 Wochenstunden HS/GS gegenüber 24 WS Gymnasium gerechtfertigt sind - das muss dann ja mit dem Zeitaufwand korrelieren.

(*wobei ich der Meinung bin, dass dieser Unterschied von 2 Semestern zu hoch ist, ich würde die LA-Studiengänge angleichen, z.B. ein pädagogisch-didaktisches Grundstudium für alle, darauf aufbauend ein lehramtsspezifisches Studium)
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Re: Grundschullehrer fodern Gymnasiallehrergehalt

Beitragvon LatinaTeacharin » 16.05.2012, 17:51:35

LA Gym BW sind bereits 25 Wochenstunden bei vollem Deputat.
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