Keine besondere fachliche Kompetenz notwendig?

Habt ihr Fragen speziell an Ehemalige? Einige Junglehrer, die auch in der Referendarsbetreuung tätig sind, versuchen euch zu helfen.

Keine besondere fachliche Kompetenz notwendig?

Beitragvon svenhein » 03.09.2017, 23:14:31

Guten Tag.
Ich habe eine Frage zum Schwierigkeitsgrad und der Tiefe des Lehramt-Studiums (Gymnasium).
(Speziell: Erdkunde und Deutsch.)

Einer meiner besten Freunde studiert seit ca. 10 Jahren Erdkunde und Deutsch auf Lehramt.
Dieses Jahr ist er fertig (Master), nächstes Jahr möchte er ins Referendariat gehen.

Die Schule an der er (im Rahmen seines Studiums) ein Praktikum absolvierte, war von ihm wohl sehr begeistert
und würde ihn wohl auch unbedingt bzgl. eines Ref. (sobald er Verfügbar) anfordern. (Das war seine Aussage)
Also die Ref. Stelle wäre wohl sicher.

Ich habe aber überhaupt nicht das Gefühl, das er dazu *fachlich* irgendwie kompetent ist.
Also weder in Erdkunde noch in Deutsch.

Offensichtlich schafft man wohl aber (mit ausreichend Zeit) das Lehramts-Studium.
Wann genau muss denn ein [werdender] Deutsch-Lehrer in seiner Laufbahn, zwingend z.b Kommaregeln, Grammatik oder Rechtschreibung beherrschen?
Im Allgemeinen hätte ich irgendwie (deutlich) mehr erwartet, nachdem man Deutsch/Erdkunde auf Lehramt studiert hat.

Sehe ich da etwas falsch?
Wird noch irgendetwas im Referendariat kommen?
Kann es wirklich sein, das man (relativ einfach) Deutsch auf Lehramt (erfolgreich abschließend) studieren kann, ohne besondere *Deutsch-Skillz* (erweiterte Grammatik-Kenntnisse, Fremdwörter,...) zu besitzen?

Bitte nicht falsch verstehen!

Lg,
Sven
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Re: Keine besondere fachliche Kompetenz notwendig?

Beitragvon kecks » 04.09.2017, 0:04:42

meiner erfahrung nach: bestehen erstes und zweites examen - ja, auch für fachliche nieten möglich. bestehen mit sehr guten noten: völlig ausgeschlossen. unsere fachlichen nieten sind nicht durchgefallen, waren allerdings im ersten wie zweiten examen so schlecht bewertet, dass es bei einigen nicht mal für die warteliste (bayern, gym), geschweige denn für eine planstelle (geht hier nur nach note, deutsch-kombis sind nach 1,3 oder 1,5 oder noch weniger dicht) gereicht hat.
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Re: Keine besondere fachliche Kompetenz notwendig?

Beitragvon svenhein » 04.09.2017, 0:50:42

Wenn man es dann doch irgendwie geschafft hat zu unterrichten, wie verhält es sich denn dann z.B im Lehrerzimmer bzw. unter Kollegen, wenn eine Niete bekannt ist?

Vor allem denke ich, dass Nieten evtl. gar nicht soooo schnell auffallen (evtl. irre ich mich):
Eine Mathe-Niete wahrscheinlich schneller als eine Erdkunde-Niete?!

Ich habe auch keine von seinen Noten gesehen.
(Danach frage ich natürlich nicht)
Von daher kann ich nicht sagen, wie gut/schlecht das zumindest von seinen Noten aussieht.

Wie sieht es denn (mit den Noten) aus wenn es z.B Lehrermangel gibt?
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Re: Keine besondere fachliche Kompetenz notwendig?

Beitragvon chilipaprika » 04.09.2017, 10:07:26

Wie kommst du auf die Idee, dass er keine Ahnung hat? Sprich: was gibt dir Anlass zu denken, dass er inkompetent sei? (zumal ohne Einsicht in die Noten)
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Re: Keine besondere fachliche Kompetenz notwendig?

Beitragvon BlackandGold » 04.09.2017, 10:45:33

Mich würde jetzt schon die Qualifikation des Threaderstellers interessieren. Denn die Bewertung der Fachkenntnis erfordert üblicherweise eine gewisse eigene Fachkenntnis. Und man sollte die Prüfungsstücke sehen. Ich sage im normalen Sprachgebrauch auch schonmal "Da ist nicht genug Strom" oder "Das Ding hat nicht genug Schwung". ;)

Ich habe hier die eine oder andere (1.) Staatsexamensarbeit bewertet und man vergibt schon Noten nach Fachkenntnis und v.a. nach stringenter wissenschaftlicher Arbeit.
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Re: Keine besondere fachliche Kompetenz notwendig?

Beitragvon svenhein » 04.09.2017, 11:57:59

chilipaprika hat geschrieben:Wie kommst du auf die Idee, dass er keine Ahnung hat? Sprich: was gibt dir Anlass zu denken, dass er inkompetent sei? (zumal ohne Einsicht in die Noten)


Also zuerst: Ich habe keine besondere akademische Qualifikation!
Ich habe auch keine Ahnung was in diesen Prüfungen genau geprüft wird.

Anlass dieses zu denken, geben mir die unzähligen Stunden die wir privat miteinander verbracht haben. Er ist ein sehr guter Freund den ich schon sehr lange kenne (>25 Jahre).

Ich meine damit auch keine Umgangssprachlichen Ausdrücke wie: "Da ist nicht genug Strom" oder "Das Ding hat nicht genug Schwung".

Es geht mehr um seine grundsätzliche Allgemeinbildung und im speziellen seine fachliche (Deutsch/Erdkunde) Bildung und seine Aussagen.

Als Erdkundelehrer könnte man (meiner Meinung nach) schon wissen,
wie groß der Durchmesser/Umfang der Erde ist.
Landeshauptstädte der Bundesländer, Einwohnerzahl/Flächengröße bekannter Länder,...
(Auch wenn das jetzt nicht im Studium geprüft wird, dachte ich, ein Erdkundelehrer wüsste das auch...anstatt nur das was im Studium geprüft wird...)

Ich dachte auch, dass wenigstens ein Deutsch-Lehrer (zumindest Deutsch auf Lehramt abgeschlossen) einige Komma-Regeln kennt oder die Zeiten (mit Beispielen) benennen könnte.
(Ich kann das auch nicht! Ich bin aber auch kein (angehender) Deutsch-Lehrer)
Immerhin muss er ja auch mal Arbeiten bewerten.

Er ist auch nicht sonderlich belesen.
Bücher hat er zuhause kaum welche.

Wir waren auch gemeinsam in einer Klasse (vor seinem Studium).
Von daher kenne ich nur seine (älteren) Schulnoten und seine Motivation sowie seinen Ehrgeiz.
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Re: Keine besondere fachliche Kompetenz notwendig?

Beitragvon MarlboroMan84 » 04.09.2017, 14:47:10

Abwarten. Ansonsten gibt es auch hier im Forum z.B. Deutschlehrer, die in diesem Forum konsequent klein schreiben. Wobei ich da auch Zweifel an der fachlichen Kompetenz habe.
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