Ja, liebe Hessin, das ist der Kontrollzwang in Bayern! Jede Fachschaft hat bei uns einen sog. Fachbetreuer, der die Aufgabe hat, pro Jahr mindestens zwei Fachsitzungen zu organisieren, in denen man fachspezifische Angelegenheiten bespricht. Also z.B.: Welche Lehrbücher wollen wir? Oder: Wie soll die Leistungsbewertung genau aussehen, soll es z.B. in den Fremdsprachen eine mündliche Schulaufgabe als Ersatz einer schriftlichen Arbeit geben, etc.?
Außerdem korrigiert die Fachbetreuung die großen Leistungsnachweise der Kollegen nach und prüft sie auf Angemessenheit der Aufgabenstellung, einheitliche Bewertung, u.a. hin. Das heißt dann Respizienz. Das ist keine persönliche Betreuung der Junglehrer, sondern eine Überprüfung aller Kollegen, auch der erfahrenen. Viele empfinden diese Respizienz als Gängelei und Formalismus, und das ist sie eigentlich auch. Aber hier in Bayern wird den Pädagogen eben erst mal grundsätzlich misstraut, genauso wie den Schülern.
@Ulysses: Ehrlich gesagt, ich möchte mich vorst schon noch an diese Fristen halten, natürlich immer unter der Voraussetzung, dass kein Schüler darunter leidet. Denn ich empfand es früher auch nicht gerade als angenehm, wenn ich von einem Lehrer eine Schulaufgabe erst nach sechs Wochen zurückbekommen habe. Tja, das gab's noch in meiner Schulzeit... Zudem bin ich ja noch in der Probezeit, und das macht sich wohl für die Beurteilung nicht so gut. Sollte ich aber eine Arbeit auch mal erst nach zwei Wochen und drei Tagen zurückgeben, würde ich das nun auch nicht als Beinbruch ansehen. Eine kleine Abweichung von dieser Frist dürften die Schüler mit Sicherheit verkraften.
@Chari: Danke für die Ermutigung! Du hast schon recht, man wird routinierter und damit hoffentlich auch schneller. Mir geht es wie Dir: Ich muss einen Aufsatz ganz fertig machen, wenn ich ihn einmal angefangen habe. Also gleich alles korrigieren und dann die Bemerkung schreiben. Ich lese sie mir dann meistens kurz vor der Herausgabe nochmal durch, aber ich möchte nicht tagelang an einem Aufsatz kleben. Deshalb schaffe ich auch selten mehr als fünf pro Tag, wenn ich überhaupt dahin komme.
