Referendariat mit drei Kinder - Ding des Unmöglichen???

Du hast positive Erfahrungen mit dem Referendariat? Du hast es endlich geschafft und weißt nun, dass sich das Durchhalten gelohnt hat? Erzähl davon!

Re: Referendariat mit drei Kinder - Ding des Unmöglichen???

Beitragvon kecks » 17.01.2016, 13:55:50

äh. du hast eine vollzeitarbeit. dein mann auch. das machen sehr viele paare in deutschland so. es ist sicher anstrengend, keine frage. wenn du das nicht willst, weil du ernsthaft glaubst, deine kinder zu vernachlässigen, weil sie alleine ihre hausaufgaben machen müssen und bis 18.00 betreut werden, dann muss einer von euch teilzeit gehen. halb-europa (frankreich, italien, skandinavien...) wächst aber so auf und nimmt keinerlei schaden. nur deutschland erfindet begriffe wie "rabenmutter" und glaubt, dass kinder ständig mama brauchen und sonst leiden, weil sie "fremdbetreut" (als ob die lehrerin und erzieher "fremde" wären...) werden. wenn du das auch so siehst, dann kannst du keine vollzeitausbildung machen. wenn du da bereit bist, kompromisse einzugehen/einzusehen, dass kinder auch ohne mama klarkommen, dann kannst schon eine vollzeitausbildung machen. dein ref, deine entscheidung ;).

bei uns hat eine alleinerziehende mama mit drei kindern zwischen 2 und 9 das ref gemacht und bestanden. bayern, zwei jahre, gymnasium.
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Re: Referendariat mit drei Kinder - Ding des Unmöglichen???

Beitragvon teacher_a » 17.01.2016, 20:28:42

kaeuzchen hat geschrieben:Und da gibt es dann eben Phasen im Leben, wo man mal die Zähne zusammenbeißen muss, und anderes mal hinten anstehen muss. Ist ja zeitlich begrenzt und für ein konkretes Ziel.

so habe ich das auch gesehen. nach dem Ref kann man ja wieder reduzieren und sich mehr um seine Familie kümmern.

zu Fremdbetreuung bis 18 Uhr: warum setzt man da überhaupt Kinder in die Welt, wenn man sich nur 1-2 Stunden pro Wochentag um sie kümmern will? Um 19-20 Uhr schlafen doch die meisten Kindergartenkinder schon. Meine Tochter z.B. war müde und schlecht gelaunt, wenn ich sie mal bis 15-16 Uhr im Kindergarten lassen musste. Um 18 Uhr kann man ja nicht mal eine Freundin einladen, und sicher nichts schönes mehr mit seinem Kind unternehmen. So hat jeder seine Meinung zur Betreuungsdauer. Hier auf dem Land arbeiten die Mütter selten länger als bis 13 Uhr. Die Kinder bekommen gesundes Essen gekocht (kein KiTa-Fertigfutter), können sich nachmittags erholen und ihre freie Zeit selber gestalten: Musikunterricht, Sport, draußen spielen mit Freunden, etwas mit anderen Familien oder mit Geschwistern unternehmen. Wenn ich über Betreuung bis 18 Uhr lese denke ich mir: Das Leben scheint für manche nur noch aus Arbeit zu bestehen und die Kinder sollen das auch so früh wie möglich lernen. Ich finde es nicht richtig. Mein Beruf ist mir wichtig und deshalb arbeite ich auch Teilzeit, weil ich gute Unterrichtsqualität liefern will. Aber viel wichtiger ist doch das eigene Kind, dass es ihm gut geht und es die Werte vermittelt bekommt, die man selber für richtig befindet. Erzieherinnen können keine Eltern ersetzen, oft besitzen sie auch ein eher niedriges Bildungsniveau. Nur mein Senf dazu und ja, ich war auch ein ganztagsbetreutes, sehr unglückliches Kind mit vollzeitarbeitenden Eltern. Meine eigenen Kinder sollen es schöner haben!
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Re: Referendariat mit drei Kinder - Ding des Unmöglichen???

Beitragvon RefimitKindern » 19.01.2016, 19:37:45

Tja, gerne würde ich mehr reduzieren geht aber nicht, weil GANZTAGSSCHULE, ausßerdem muss ich im Ref. 13/14 Stunden Unterricht stemmen plus 9 Stunden Fachseminare.
Klar würde ich meine Kinder gerne früher abholen, sag das doch bitte der Senatsverwaltung in Berlin, die die Quereinsteiger NICHT weiter Stunden reduzieren lässt. Entweder ich mache die 13/14 oder ich fliege raus, so einfach ist das!
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Re: Referendariat mit drei Kinder - Ding des Unmöglichen???

Beitragvon teacher_a » 19.01.2016, 20:04:15

Ref ist eine Ausnahmesituation, da war meine Tochter auch viel zu lange fremdbetreut und das hat ihr nicht gut getan.

meine Antwort war auf kecks bezogen, wo ich Betreuung bis 18 Uhr als Dauer-Idealzustand rauszulesen meine.
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Re: Referendariat mit drei Kinder - Ding des Unmöglichen???

Beitragvon Zitronenfalter » 04.03.2016, 21:53:44

Wir haben extra einen Mamathread - da kann man fragen, ob man das Ref. auch mit 25 Kindern machen kann.

http://referendar.de/forum/viewtopic.php?f=2&t=32684

Vorweg meine Antwort: Ja, kann man. Aber nur, wenn alle in die gleiche Klasse gehen.

Gruß
Zitro
heiter weiter!
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Re: Referendariat mit drei Kinder - Ding des Unmöglichen???

Beitragvon qchn » 05.03.2016, 13:25:56

irgendwie tu ich mich grad schwer mit meinem eigenen Post..

Ich wunderte mich, dass Dich der Druck im Ref so überrascht hat, dass Du mangelndes Classroommanagement mit Deiner Müdigkeit erklärst und ein wirklich seeeehr pragmatisches Verhältnis zu Deinem Job pflegst. und dann schreibst Du, dass Du Teilnehmerin des Berliner QuereinsteigerInnenprogramm bist und sowohl fachliche Defizite als auch Einstellung ergeben einen Sinn.

Im Ref zeigt sich halt doch, wer im Studium was verstanden hat und wer nicht, weil man dann nämlich auf etwas aufbauen kann und nicht alles neu lernen muss. Vondaher ist es völlig klar, dass ein Quereinstieg mit obendrein mehr Unterrichtsstunden eine harte Sache wird - vermutlich auch schon ohne Kinder. Eigentlich wirklich komisch.. die, die mehr Zeit benötigen würden, bekommen weniger davon. wieauchimmer; ich glaube nicht, dass es jetzt eine abwegige Vermutung ist, dass Du Dir das Lehrerwerden deutlich einfacher vorgestellt hast und selber nicht wirklich hinter dem Beruf stehst.

insofern, bezogen auf die Ausgangsfrage:
Am besten signalisierst Du Deiner Fachseminarleitung, dass Dir das Ref/ das Unterrichten wichtig ist, in dem Dir das wichtig ist. Selbst Dein Beitrag in einem Refforum dreht sich mehr um Deine Kids, als ums Ref.
Dass es für Dich keine Alternative zum Lehrerberuf gibt, wird ihr egal sein - sie ist nicht dafür da, Menschen, die eine Ausbildungsphase nur halbherzig durchlaufen, um dann ihren Job halbherzig zu machen, durchkommen zu lassen.

Ich bin echt keine, die meint, man müsse sich für seinen Job totarbeiten, aber irgendwann muss man halt mal arbeiten, wenn man was können möchte.
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Re: Referendariat mit drei Kinder - Ding des Unmöglichen???

Beitragvon cyhyryiys » 07.05.2016, 10:41:07

Ich versuche, meine Priorität, und das sind nunmal bei jeder Mutter bzw. jedem Vater erstmal die eigenen Kinder, danach kommt lange nix und dann kommt der Job, möglichst wenig bis gar nicht anzusprechen, da dies wegen mangelndem Verständins ihrerseits unproduktiv wäre.


Ich erwarte von jedem in seinem Beruf,dass er/sie seine Tätigkeit ernst nimmt und möglichst gut macht. Wenn ich dieses Zitat so lese, dann denke ich daran, dass viele Frauen den Lehrberuf ergreifen, da famileinfreundliche Arbeitszeiten geboten werden. Ich würde meine Kinder aber nicht von jemandem unterrichtet wissen wollen, der so denkt und den Job eher als Nebentätigkeit sieht.

Zur Lösung: Nach dem Ref: Teilzeit (bei geringerem Einkommen).
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