Eine insgesamt gute Zeit

Du hast positive Erfahrungen mit dem Referendariat? Du hast es endlich geschafft und weißt nun, dass sich das Durchhalten gelohnt hat? Erzähl davon!

Eine insgesamt gute Zeit

Beitragvon Nordlicht86 » 21.04.2017, 17:39:26

Hallo liebes Forum!

Die letzten 1,5 Jahre habe ich oft hier still mitgelesen und nun bin ich fertig mit meinem Ref und möchte berichten!
Mit meiner Schule hatte ich viel Glück. Zwar eine Brennpunktschule mit unglaublich vielen Konflikten, aber einem traumhaften Kollegium. Die Klassen waren für mich am Anfang eine große Herausforderung. Nicht nur einmal habe ich zu Hause geheult, weil Stunden total daneben waren und die Kinder mir auf der Nase getanzt haben. Selbstkritisch habe ich in den 1,5 Jahren meine Anforderungen der tatsächlichen Situation angepasst und immer mehr Routine bekommen. Meine Mentoren waren dabei eine große Hilfe. Sogar Sonntags haben sie auf Fragen geantwortet- die Armen. Mich immer unterstützt und kritisiert. Ich habe sehr viel von ihnen gelernt, ohne meinen eigenen Stil zu verändern. Ich wuchs mit jeder Stunde mehr in das "Lehrer-sein" hinein.
Die Seminarleiter waren fair und haben mir die Prüfung zu einem angenehmen Tag gemacht. Ein Überflieger bin ich nicht.Vornote 2,3- Endnote 2,1 (Prüfung 1,9), aber ich bin zufrieden. Ich habe von Anfang an spätestens um acht den Schreibtisch verlassen,Samstags immer frei gemacht. Hunde und Familie kamen auch nicht zu kurz. Zeitlich fand ich es im Studium mit diversen Nebenjobs stressiger.
Was stressig bzw. erschöpfend war, ist das ständige beobachtet werden....aber es ging ja nicht anders.
Die Fahrten zu den Seminaren waren eine willkommene Abwechslung. ...hier im Norden immer schön über Landstraßen tuckern :) Meine Schule ist gleich um die Ecke meines Wohnhauses...sehr angenehm!
Ja, einige Kollegen waren übertrieben ehrgeizig und anstrengend, aber man sollte sich treu bleiben, nicht verzweifeln....irgendwann kommt der Moment, in dem man sich reif für die Prüfung fühlt.Bei mir war das 2 Monate davor.Ich merkte plötzlich, dass die Stunden laufen, die Vorbereitungszeit kürzer wurde und ich den ganzen Tag entspannt vor den Klassen stand. Ein tolles Gefühl!
Leute, haltet durch-es lohnt sich! Ich bleibe an meiner Schule und freue mich auf die Zeit. Der richtige Stress kommt jetzt erst mit einer vollen Stelle. Wie beim Führerschein...:) Ich darf jetzt alleine fahren, aber habe noch viel zu lernen, um routiniert zu sein.

Meine Tipps: Jede Chane zum Unterrichten nutzen, gute Planung, viel Ausgleich!
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Re: Eine insgesamt gute Zeit

Beitragvon niconj » 22.04.2017, 13:32:55

Nordlicht86 hat geschrieben:Ich habe von Anfang an spätestens um acht den Schreibtisch verlassen,Samstags immer frei gemacht. Hunde und Familie kamen auch nicht zu kurz. Zeitlich fand ich es im Studium mit diversen Nebenjobs stressiger.


Kann ich so nicht unterschreiben. Um Acht war keiner aus unserer Gruppe fertig mit den Vorbereitungen und ich glaube auch nicht, dass viele jeden Samstag frei gemacht haben. Ja, es ist nicht immer so schlimm, wie es hier dargestellt wurde (siehe meinen Thread) aber stressiger als Uni mit diversen Nebenjobs ist es auf jeden Fall.

Für mich war von Anfang an klar, dass ich ein "sehr gut" auf dem Zeugnis stehen haben musste, um mit meiner Fächerkombi und Schulform überhaupt etwas zu bekommen. Das habe ich geschafft aber eben auch nur durch die größte Anstrengung, die ich in meinem Leben je geleistet habe.
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Re: Eine insgesamt gute Zeit

Beitragvon Mogli89 » 22.04.2017, 17:51:10

Ich bin mitten drin und kann auktuell viele Dinge unterstreichen. Im Studium ging es mir richtig schlecht, mit vielen Nebenjobs, einen Fachbereich der mir nicht so lag, viel Druck usw. Da gab es zwei Dozentinnen, die mich gerettet haben und zu denen ich heute auch noch Kontakt pflege. Und mit retten meine ich nicht die Noten, sondern auf moralischer Perspektive. Aktuell ist es im Ref. so dass die Arbeitszeiten schwanken. Wenn ich wirklich gutes Arbeitsmaterial habe dann wird schon mal das AB benutzt, aber auch die eigene Erstellung wird gemacht. Ich habe eine super Schule und Seminar erwischt und erfinde das Rad nicht neu. Die Ub´s und der AU sind schon ein wenig belastend und da verhalte ich mich auch anders, klar ich werde ja auch beobachtet. Und auch ich hatte meine Tiefpunkte, aber bin bis jetzt immer dasraus gekommen. Meine Fachleiter suchen nicht künstlich Fehler, sondern sind wirklich nett. Was da am Ende notenmäßig rauskommen wird, wird man sehen. Ich mache mir vor allem bei den großen immer megaviel Gedanken, aber auch das gehört dazu. Ich glaube wirklich gut ist für mich, dass ich einen wirklich guten Draht zu den Kids habe und ich glaube das ist sehr wichtig. Und in den UB´s sieht man mir an, wie nervös ich bin und das ist auch erlaubt. Die SuS können gerne sehen, dass auch ich nur ein Mensch bin. Ich kann auktuell sagen, dass ich sehr froh bin das Studium durchgehalten zu haben und im Ref. wird es hochs und tiefs geben, aber ich mache das ganze einfach zu gerne, um auch nur den Gedanken daran zu verschwenden aufzugeben. :) Ich war nie im 1er Bereich, auch an der Uni nicht. Wie sich das jetzt entwickeln wird werden wir sehen. Allerdings sind die Einstellungschancen zur Zeit auch top :-), was nicht heißen soll, dass ich mich darauf ausruhe.
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Re: Eine insgesamt gute Zeit

Beitragvon carotanic » 22.04.2017, 20:42:55

Ich kann den ersten Beitrag so unterschreiben. Ich hatte eine tolle Zeit und finde viele Beiträge hier im Forum sehr abschreckend. Mein Referendariat ist fast vorbei und die ganzen Sorgen waren unbegründet. Ich konnte sogar oft das ganze Wochenende frei machen und habe auch in der Woche nicht übermäßig viel gemacht - maximal 20.00h kommt hin und davor große Hunderunde etc. ;-) Im Endeffekt muss eh jeder seinen Weg finden, aber es ist kein Hexenwerk und auch relativ entspannt machbar mit sehr gutem Ergebnis.
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Re: Eine insgesamt gute Zeit

Beitragvon Nordlicht86 » 22.04.2017, 21:50:45

carotanic hat geschrieben:Ich kann den ersten Beitrag so unterschreiben. Ich hatte eine tolle Zeit und finde viele Beiträge hier im Forum sehr abschreckend. Mein Referendariat ist fast vorbei und die ganzen Sorgen waren unbegründet. Ich konnte sogar oft das ganze Wochenende frei machen und habe auch in der Woche nicht übermäßig viel gemacht - maximal 20.00h kommt hin und davor große Hunderunde etc. ;-) Im Endeffekt muss eh jeder seinen Weg finden, aber es ist kein Hexenwerk und auch relativ entspannt machbar mit sehr gutem Ergebnis.


Das freut mich! Gerade für Anfänger sind so positive Erfahrungen doch auch toll zu lesen.
Ich hatte z.B. immer eine unbegründete Angst durchzufallen...in den 1,5 Jahren ist im ganzen Seminar eine durch gefallen und hat es im 2.Anlauf geschafft.
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Re: Eine insgesamt gute Zeit

Beitragvon carotanic » 23.04.2017, 8:35:42

Ich hatte durch diverse Beiträge im Forum auch Angst vor einer Horrorzeut und gar keine Lust auf das Ref. Doch jetzt war es einfach eine sehr lehrreiche Zeit und ich kann mir nichts besseres vorstellen :-)
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Re: Eine insgesamt gute Zeit

Beitragvon Stark » 23.04.2017, 14:43:03

niconj hat geschrieben:Um Acht war keiner aus unserer Gruppe fertig mit den Vorbereitungen und ich glaube auch nicht, dass viele jeden Samstag frei gemacht haben. Ja, es ist nicht immer so schlimm, wie es hier dargestellt wurde (siehe meinen Thread) aber stressiger als Uni mit diversen Nebenjobs ist es auf jeden Fall.

Für mich war von Anfang an klar, dass ich ein "sehr gut" auf dem Zeugnis stehen haben musste, um mit meiner Fächerkombi und Schulform überhaupt etwas zu bekommen. Das habe ich geschafft aber eben auch nur durch die größte Anstrengung, die ich in meinem Leben je geleistet habe.


Ging mir auch so. Viele Nachtschichten, wenige freie Wochenenden, oft viel Arbeit in den Ferien.
ABER: Rückblickend sehe ich, wo ich einfach in meiner Planung verdammt viel falsch gemacht habe: schlechtes Zeitmanagement, Fokus auf Nebensächlichkeiten etc.
Es ist also nicht (nur?) "dem System" (TM) oder den "sadistischen Ausbildern" anzulasten, häufig liegt es auch an der eigenen Arbeitsweise.
Wir hatten übrigens im Seminar auch welche, die sich wengier gestresst haben und trotzdem gut waren. Meiner Ansicht nach waren die auch nicht schlauer oder begabter, sondern einfach besser organisiert.
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