Schafft das Referendariat ab!!!

Konstruktive Kritik - das Referendariat muss reformiert werden! Eure Vorschläge...

Re: Schafft das Referendariat ab!!!

Beitragvon Zukunftsfrage » 02.04.2015, 14:08:08

Fränzy hat geschrieben:Manchmal fehlt mir echt der Glaube, an das, was hier geschrieben wird. Meine Ref Schule war ja auch beschissen, aber das war so, weil es ansich unterversorgt und chaotisch war. Bösartig war keiner. Auch nicht unfähig, auch ich nicht. Die Bedingungen waren von vorneherein schlecht - nicht nur von schulischer Seite übrigens.


ich bin, wenn ich solche Sätze wie deinen lese, immer wieder erstaunt darüber, dass es anscheinend viele Kollegen gibt, die sich denken: War bei mir nicht, so kann nicht so sein. Referendar selbst schuld, Troll etc.
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Re: Schafft das Referendariat ab!!!

Beitragvon Fränzy » 02.04.2015, 14:11:14

Zukunftsfrage hat geschrieben:
Fränzy hat geschrieben:Manchmal fehlt mir echt der Glaube, an das, was hier geschrieben wird. Meine Ref Schule war ja auch beschissen, aber das war so, weil es ansich unterversorgt und chaotisch war. Bösartig war keiner. Auch nicht unfähig, auch ich nicht. Die Bedingungen waren von vorneherein schlecht - nicht nur von schulischer Seite übrigens.


ich bin, wenn ich solche Sätze wie deinen lese, immer wieder erstaunt darüber, dass es anscheinend viele Kollegen gibt, die sich denken: War bei mir nicht, so kann nicht so sein. Referendar selbst schuld, Troll etc.


von Troll war nicht die Rede... lese meinen andren Beitrag, dann kannst du es einsortieren
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Re: Schafft das Referendariat ab!!!

Beitragvon Rumpelstilzchen7 » 22.07.2016, 9:31:04

Das Referendariat ist der größte Blödsinn den es gibt!

Schafft dieses olle Beamtenverhältnis ab, damit Referendare nicht mehr lernen müssen, obrigkeitshörig zu sein und nach ihrem Referendariat Rache üben, indem sie für das was ihnen angetan wurde nach ihrer lebenslangen Verbeamtung nur noch Dienst nach Vorschrift machen. Und natürlich auf niemanden mehr hören und schlimmstenfalls nach unten treten, so wie sie ja schließlich auch getreten wurden.
Ich kenne niemanden, der behauptet im Referendariat etwas gelernt zu haben. Außer nach oben zu buckeln und nach unten zu treten. Mag ja auch ne lebenswichtige Kompetenz sein?!
Wenn du naiv bist studierst du brav Lehramt, damit dir im Ref gesagt wird, dass alles was du an der Uni gelernt hast Blödsinn ist und dass du es gefälligst vergessen sollst. Ich empfehle klar den Seiten- oder Quereinstieg!
Deine Seminarleiter stampfen dich in den Boden, wenn du es wagst Nachfragen anzustellen, weil du etwas verstehen willst. Um Himmels willen, bloß nichts nachfragen oder die eigene Unterrichtsplanung begründen! Eine eigene Meinung solltest du im Ref auch NIEMALS irgendjemandem gegenüber vertreten.
Schön hier zu lesen, dass es offenbar gute Ausbildungsschulen gibt. Ich selbst bin an eine Schule gekommen, an der die SL darüber gelacht hat, dass sie jemanden mit dem Fach RE ausbildet, wo sie so gar nichts von dem Fach hält. Meine Kollegen waren der Meinung, es sei wohl kein Zufall das ich mit meinen Mangelfächern an die Schule gekommen sei, weil da großer Bedarf sei. Da viele von ihnen eigene Kinder an der Schule hatten, waren sie der Meinung keineswegs Religionsunterricht an der Schule dulden zu wollen und haben mir täglich gesagt, dass sie wollen das ich WuN unterrichte und nicht RE!Ansonsten würde ich nach meinem Ref wohl gehen, ODER?! RE ginge jawohl an einer staatlichen Schule gar nicht! Täglich musste ich mich Diskussionen stellen. Letztlich habe ich das Lehrerzimmer gemieden. Leider gab es für meine Fächer an der Schule keine Fachlehrer, so dass niemand fachfremd mein Mentor sein wollte. Also stand ich vor der Aufgabe, vom ersten Tag an eigenverantwortlich zu unterrichten, ohne mit irgendjemandem darüber sprechen zu können oder bei Kollegen mal hospitieren zu können. Wo genau wird man da jetzt ausgebildet?
In den Sitzungen des Studienseminars mussten wir Referendare reihum die Sitzungen übernehmen und haben alle nochmal reihum Studieninhalte wiederholt..was für einen Sinn hat das genau?
Und als wäre das nicht genug, sollte ich an meiner Schule dann auch noch vom ersten Semester an fachfremd unterrichten. Da solle ich mich mal nicht anstellen. Das müssten alle Lehrer, sei ich denn nicht belastbar?? Meine Seminarleiter wollten von derartigen Problemen nichts wissen. Da hat man nach der Nase der SL zu tanzen, sonst hat man wohl ein Problem mit Autoritätspersonen.
Ich kann nur jedem raten, sich am Ende seines Studiums eigenständig um eine Ausbildungsschule zu kümmern, um sicherzustellen, dass er gut unterkommt. Wen oder was interessiert eure Uniabschlussnote, schaut euch lieber nach Schulpraktika um und seht zu, dass ihr gut unterkommt!

Richtig gut fände ich, das Ref an die Uni anzugliedern: Seminarleiter die gut ausgebildet sind und an die Uniausbildung anknüpfen. Seminarleiter die um eine gute Ausbildung bemüht sind und einen als Mentoren unterstützen! Z.B. auch darauf achten, dass Referendare noch nicht fachfremd unterrichten müssen. Bei Problemen das Gespräch suchen. Darauf achten, dass man einen Mentor an der AUSBILDUNGSschule hat und die Fächer für die man ausgebildet wird auch unterrichten darf...in den Seminarsitzungen gemeinsam Unterrichtsplanungen bespricht, plant, Tipps aus der Praxis erhält,etc..ein Traum! Ein naiver, aber schöner Traum!
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Re: Schafft das Referendariat ab!!!

Beitragvon nrw31 » 22.07.2016, 11:20:04

Rumpelstilzchen7 hat geschrieben: Schafft dieses olle Beamtenverhältnis ab, damit Referendare nicht mehr lernen müssen, obrigkeitshörig zu sein


Auch der Tarifbeschäftigte ist weisungsgebunden und von seinem Arbeitgeber entsprechend abhängig, vgl. Direktionsrecht etc. Für die Ausbildungspraxis hätte eine Abschaffung der Verbeamtung daher kaum Konsequenzen, jeder Azubi bekommt Probleme, wenn er nicht das tut was seine Vorgesetzten möchten. Das ist kein Referendarsprivileg...

Rumpelstilzchen7 hat geschrieben:Ich selbst bin an eine Schule gekommen, an der die SL darüber gelacht hat, dass sie jemanden mit dem Fach RE ausbildet, wo sie so gar nichts von dem Fach hält. Meine Kollegen waren der Meinung, es sei wohl kein Zufall das ich mit meinen Mangelfächern an die Schule gekommen sei, weil da großer Bedarf sei. Da viele von ihnen eigene Kinder an der Schule hatten, waren sie der Meinung keineswegs Religionsunterricht an der Schule dulden zu wollen und haben mir täglich gesagt, dass sie wollen das ich WuN unterrichte und nicht RE!Ansonsten würde ich nach meinem Ref wohl gehen, ODER?! RE ginge jawohl an einer staatlichen Schule gar nicht!


Wenn das so passiert ist, ist das ein Fall für die Personalvertretung bzw. ggf. die Dienst-/Schulaufsicht oder direkt das Ministerium. Stichwort Religionsfreiheit. So etwas geht an einer staatlichen Schule gar nicht, Religionsunterricht hingegen geht sehr wohl...


Rumpelstilzchen7 hat geschrieben:
Richtig gut fände ich, das Ref an die Uni anzugliedern: Seminarleiter die gut ausgebildet sind und an die Uniausbildung anknüpfen.


Es gibt keinen Grund anzunehmen, entsprechende Personen wären dann besser ausgebildet, nur weil sie dienstrechtlich an die Uni angegliedert sind, das würde kein Problem lösen. Das Studium vermittelt außerdem vor allem Fachkenntnisse, im Referendariat ist aber eine praxisnahe Ausbildung wichtig. Insofern ist fraglich, ob eine stärkere Anknüpfung an die theorielastige Hochschulausbildung ein Fortschritt wäre...
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Re: Schafft das Referendariat ab!!!

Beitragvon Illi-Noize » 22.07.2016, 14:51:20

Rumpelstilzchen7 hat geschrieben:Seminarleiter die gut ausgebildet sind und an die Uniausbildung anknüpfen. Seminarleiter die um eine gute Ausbildung bemüht sind und einen als Mentoren unterstützen! Z.B. auch darauf achten, dass Referendare noch nicht fachfremd unterrichten müssen. Bei Problemen das Gespräch suchen. Darauf achten, dass man einen Mentor an der AUSBILDUNGSschule hat und die Fächer für die man ausgebildet wird auch unterrichten darf...in den Seminarsitzungen gemeinsam Unterrichtsplanungen bespricht, plant, Tipps aus der Praxis erhält,etc..ein Traum! Ein naiver, aber schöner Traum!

In Bayern an RS und Gymi eigentlich der normale Zustand.
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Re: Schafft das Referendariat ab!!!

Beitragvon Rumpelstilzchen7 » 22.07.2016, 14:56:13

Zum (preußischem) Beamtenverhältnis: ja, das ist wahr, meine Aussage zur Obrigkeitshörigkeit bezog sich mehr auf die Ohnmächtigkeit in der Situation, denn in einer Ausbildung kann man sich an eine Handelskammer oder BBS oder ähnliches wenden. Als Referendar hast du keine Rechte. Meine Seminarleiter sahen jedenfalls keinerlei Unterstützungsbedarf. Und der Personalrat sagte mir, man könne nicht die Schule wechseln sondern nur ein Gespräch mit der SL führen. Wie objektiv die einen dann hinterher bewertet ist jawohl klar. Das 'versenden' als Beamtin sehe ich nach meiner Erfahrung kritisch.
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Re: Schafft das Referendariat ab!!!

Beitragvon Valerianus » 22.07.2016, 16:58:37

Hast du während des Referendariats rechtswidrige Anweisungen erhalten?
Sind in irgendeiner Form deine Grundrechte verletzt worden?

Falls du das mit ja beantworten kannst, hättest du jederzeit etwas machen können. Falls du es mit nein beantwortest, bist du nicht schlechter behandelt worden als jeder Auszubildende in einem Betrieb.

Ach ja: Ich habe im Seminar für das Unterrichten die Schule mehr gelernt, als in meiner gesamten Zeit an der Universität (inkl. Promotion in Lernpsychologie, das ist aber nur schwer in der Schule anzuwenden, ansonsten war es selbstverständlich hilfreich), bin inzwischen nicht mehr beim Staat beschäftigt (sondern bei der Kirche) und behandle Referendare genauso wie meine Ausbildungslehrer mich behandelt haben: mit Respekt und so viel Unterstützung wie bei all dem Stress im Beruf (das ist nämlich deutlich mehr als im Ref) möglich ist.

Und nein, das heißt nicht, dass es keine beschissenen Seminarleiter oder Ausbildungslehrer gibt...das heißt nur, dass es nicht der Normalfall ist...
Non vitae, sed scholae discimus (Seneca)
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