Akzeptanz der Referendare bei SuS

Konstruktive Kritik - das Referendariat muss reformiert werden! Eure Vorschläge...

Akzeptanz der Referendare bei SuS

Beitragvon Christian1984 » 19.02.2012, 15:30:12

Hallo liebe Forenmitglieder,

nun bin ich seit knapp zwei Jahren aus dem Referendariat raus und als StR in NDS beschäftigt, doch fällt mir im Alltag ein Problem immer wieder auf.

Als Referendar habe ich es so nicht mitbekommen und möchte dies hier ansprechen, insbesondere als Ansprechpartner im Blick, die ,,fertig" ausgebildeten Junglehrer unter uns.

Bisher habe ich an meiner Schule mehrere ReferendarInnen im Ausbildungsunterricht gehabt, und egal welche Klassenstufe, so gab und gibt es auch derzeit von meinen SuS jedesmal abwertende Kommentare (erstaunlicherweise von der Klassen- oder Kursgemeinschaft, nicht von einzelnen SuS, jedoch zum Glück niemals in Gegenwart der Auszubildenden), wenn ReferendarInnen in die Klassen kommen. Sei es Sekundarstufe II oder aber in Sek. I, von mir festgestellt ab Klassenstufe 7.

Wie ist eure Erfahrung und wie kann man am besten gegensteuern?
Christian1984
 
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Re: Akzeptanz der Referendare bei SuS

Beitragvon Cujamaraaa » 19.02.2012, 16:02:01

Meine Erfahrung passt vielleicht nicht hundertprozentig (weil Grundschule und zudem noch im Ref), ich möchte sie aber trotzdem beisteuern, vielleicht dient sie ja zumindest als Denkanregung der so...
Ich hatte letztes Jahr - zumindest in meiner Betreuungsklasse überhaupt gar keine Probleme und wurde sowohl von den Schülern wie auch von den Eltern vollkommen akzeptiert. Das lag nach meinem Empfinden daran, dass mich meine Betreuungslehrerin entsprechend vorgestellt und behandelt hat, nämlich als gleichwertige Lehrerin. Den Kindern wurde gesagt: "Ihr könnt euch freuen, ihr habt dieses Jahr nämlich gleich zwei Lehrerinnen." und wenn ich in der Klasse etwas gemacht habe, wurde mir nie von meiner BL "dazwischengefunkt" oder vor den Schülern Kritik geübt, was meine Autorität in irgendeiner Weise untergraben hätte.
Im evU, wo ich mich ja selbst vorstellen und beweise musste, sah das schon anders aus, aber das lag dann wohl eher an meinen Anfängerfehlern... Die meisten Grundschüler wissen zum Glück nicht viel über "Referendare", wenn sie nicht schon Geschwister haben, die auch Refs hatten oder so...
Das ist aber jetzt ein Spezifikum der Grundschule und kann natürlich nicht auf andere Schularten übertragen werden...
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Re: Akzeptanz der Referendare bei SuS

Beitragvon Christian1984 » 19.02.2012, 16:16:52

Hallo Cujamaraaa,

die ReferendarInnen werden immer als ,,gleichwertig, gleichrangig" eingeführt, z.B. erfahren die SuS, dass sie auch benoten. Da ich selbst vor nicht allzu langer Zeit im Referendariat war, kenne ich auch das Fehlverhalten von Ausbildungslehrern, daher bin ich als ,,Hospitant" für meine SuS unsichtbar, nicht anwesend. Das ,,Problem" liegt meines Erachtens in den Erfahrungen der SuS, daher augenscheinlich feststellbar ab Klasse 7. Es muss demnach recht frühzeitig entgegengewirkt werden, doch wie, ohne den Status der Auszubildenden abzuschwächen? Oder dies offen sagen, nach dem Motto: Jeder hat als Lehrer einmal angefangen. Freut euch, ihn/sie dabei zu unterstützen ...!
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Re: Akzeptanz der Referendare bei SuS

Beitragvon User65 » 21.02.2012, 18:01:07

@christian1984

Welche negativen Kommentare kommen denn von den Schülern? Wäre doch interessant zu wissen, wie Schüler die Referendare sehen. Dann könnte man vielleicht auch durch konkretes Verhalten vorbeugen.
Man kann auch ohne Alkohol Spaß beim Feiern haben. Aber ich gehe auf Nummer sicher.
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Re: Akzeptanz der Referendare bei SuS

Beitragvon Hubselzwerg » 21.02.2012, 18:24:37

Also, ich habe es erlebt im Ref, dass eine Klasse runtergemacht wurde von der Parallelklasse, weil sie ja "nur bei einer Referendarin" Unterricht haben. Da hätte ich mir schon eine klare Ansprache des Klassenlehrers gewünscht. Hab ich aber nur bei der einen Klasse so mitbekommen. Und die war eh speziell... :roll: Die hatten um folgenden Halbjahr dann auch "nur die Referendarin" . Und natürlich waren sie dann der Meinung, sie müssten weder Hausaufgaben machen noch lernen. Auch hier hätte ich mir wieder klare Worte des Klassenlehrers gewünscht. Die hatte er auch- an mich gerichtet. Die Schüler hätten nie genug Zeit die HA aufzuschreiben. Und ich solle die Arbeiten einfacher machen... :roll:
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Re: Akzeptanz der Referendare bei SuS

Beitragvon Illi-Noize » 21.02.2012, 19:06:46

Warum soll der Klassenlehrer eine Ansage machen? Ich halte mich da sehr zurück, das soll der entsprechende Lehrer / Ref selbst mit der Klasse klären. Der Ref hat alle Rechte, kann sanktionieren usw. Nur wenn der entsprechende Lehrer zu mir kommt und mich bittet, mit der Klasse zu reden, schalte ich mich in die Beziehung "meiner" Kids zu anderen Lehrern ein.
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Re: Akzeptanz der Referendare bei SuS

Beitragvon kecks » 21.02.2012, 19:16:40

Ich habe gerade vier Klassen an Refs abgegeben. Ich habe es vermieden, zu sagen, dass ein Ref. kommt - sondern nur "Der Stundenplan erfordert es, dass im zweiten Halbjahr euch Frau xy übernimmt. Sie kommt neu an unsere Schule." - Themawechsel, kein Eingehen auf Nachfragen ("Ist sie Referendarin?"). Die Kinder fragen das mittlerweile bei Wechseln bei uns fast immer, einfach weil wir neun (9!) Refs haben (Gy, Bayern). Früher waren es wohl meist zwei bis fünf. Oder so. Jedenfalls keine neun.

In der nächsten (letzten) Stunde dann auch Schüleraussagen wie (vor der Stunde...): "Frau z sagt, Frau xy ist Referendarin. Bestimmt voll jung. Die machen wir so alle!" (Anstrengende, sehr lebhafte und nicht mit Arbeitshaltung gesegnete Klasse Acht). In der 5: "Och nö, nicht schon wieder Referendare. Da müssen wir immer zusammen arbeiten und bewerten." In der 10: Kein Kommentar, aber nochmals Nachfrage bei mir, ob es denn stimme, dass Frau xy Ref sei... inklusive demonstrativem Stöhnen und Augenrollen. Nein, die Schüler freuen sich also hier erstmal nicht, dass ein Referendar kommt.

Aber: Sie sind sehr leicht zu gewinnen, wenn man ordentlichen Unterricht mit ihnen macht und/oder eine passende Persönlichkeit/Auftreten hat. Wenn manche Referendare wieder gehen wird deutliches Bedauern geäußert. Man darf solche Schüleraussagen nicht allzu ernst nehmen. Schüler sagen viel, wenn sie in der Gruppe sind und "cool" sein wollen/müssen. Nicht immer oder vielleicht sogar meistens steht dahinter keine wirklich grundsätzlich ablehnende Haltung.
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