Akzeptanz der Referendare bei SuS

Konstruktive Kritik - das Referendariat muss reformiert werden! Eure Vorschläge...

Re: Akzeptanz der Referendare bei SuS

Beitragvon Christian1984 » 25.02.2012, 21:49:20

User65 hat geschrieben:
Wenn allerdings fast erwachsene Schüler gehobene Ansprüche an den Unterricht stellen, kann ich mir schon vorstellen, dass sie von Referendaren mit ihrem nicht abiturrelevanten Experimentalunterricht, der nur wenig auf die Aneignung von Wissen, Fakten und deren Verständnis ausgerichtet ist, sondern mehr der Implementierung von unnötig anstrengenden Sozialformen und Unterrichtsmethoden dient, nicht viel halten.


Hallo User65,

Du liegst natürlich in gewisser Weise richtig, doch nutze auch ich im Unterricht in der Oberstufe aktuelle Sozialformen und didaktische Konzepte. Muss jedoch zugeben, dass die SuS im Dialog grundsätzlich den Frontalunterricht gegenüber Think-Pair-... bevorzugen und den Wechsel der methodischen/didaktischen Grundkonzeption von Stunde zu Stunde sogar einfordern (muss ja auch erfolgen, sonst = jede Stunde langweilig), dies ist ja auch völlig in Ordnung und steht nicht entgegen der aktuellen Ausbildung, welche ja auch ein großes Spektrum an Sozialformen sowie ,,Zwischenformen" zwischen fontalen und schülerorientierten Unterrichtskonzepten ermöglicht.

Doch bewegen wir uns von der ursprünglichen Fragestellung - die Akzeptanz der Referendare bei den SuS zu stärken - weg.
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Re: Akzeptanz der Referendare bei SuS

Beitragvon AnnaF » 11.05.2012, 19:19:41

Erst mal - was schon gesagt wurde - den Ref als Kollegen behandeln. Den Rest muss er aber selbst machen.

Mein LK hatte vor mir eine Referendarin, von der sie bis heute in den höchsten Tönen reden - kompetent, durchsetzungsfähig, aber doch mit Humor.

Ein Ref, den ich betreut habe, kam weniger gut an - die Schüler fanden ihn zwar nett, merkten aber, dass er nicht so gut vorbereitet war und dass deshalb in den Stunden nichts rumkam.

Ich denke, da kommt es vor allem auf Persönlichkeit und Kompetenz an - wie bei fertigen Lehrern auch. Und da sollten die fertigen Lehrer nicht zu sehr intervenieren, sonst wirkt der Referendar völlig hilflos und wird nicht mehr für voll genommen.
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Re: Akzeptanz der Referendare bei SuS

Beitragvon ClaudiaE » 28.07.2012, 13:58:24

Also das Problem ist doch scheinbar, dass die Referendare keinen guten Unterricht machen, sonst würden solche Schüöeräußerungen doch nicht kommen! Meine siebente Klasse hatte am Anfang auch Probleme mit mir, weil ich die Aufgaben zu unklar formulierte, nach Aussagen der Schüler (!) wurde es dann aber besser und am Ende hatten wir richtig Spaß miteinander! Vielleicht brauchen die Referendare am Anfang einfach mehr Unterstützung, damit der Unterricht gut ist und die Schüler das Gefühl haben, von einem "richtigen" Lehrer unterrichtet zu werden...
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Re: Akzeptanz der Referendare bei SuS

Beitragvon Julikind07 » 09.06.2013, 18:49:36

Ich habe mal gehört, wie Schüler einer 8. Klasse meinten, sie haben nicht so gern die jungen Lehrer oder Referendare, weil die noch nicht so viele Erfahrungen haben wie die "Alten".
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Re: Akzeptanz der Referendare bei SuS

Beitragvon LatinaTeacharin » 09.06.2013, 19:51:06

Gemeint hat der Schüler wohl v.a. die fehlende Konsequenz und ein "ich-verstehe-dich-und-hab-dich-(trotzdem)-lieb-Denken", das zu ausgeprägt war. Außerdem mögen viele Schüler den zu stark methodisch überfrachteten Unterricht einiger Referendare nicht allzu sehr.
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Re: Akzeptanz der Referendare bei SuS

Beitragvon melimuc » 10.06.2013, 9:20:29

LatinaTeacharin hat geschrieben: Außerdem mögen viele Schüler den zu stark methodisch überfrachteten Unterricht einiger Referendare nicht allzu sehr.


Genau so sehe ich das auch.
Während meines Unterrichts waren die Kids eher entnervt von den Besuchen und der Fülle an Methoden - obwohl ich zu allen Klassen ein gutes Verhältnis hatte und ich von allen als Lehrkraft respektiert wurde. Gerade kurz vor den UBs war die Spannung fast greifbar. Phasenweise haben die SuS sich wohl wie Versuchskaninchen mit Feuerwehrpferdanwandlungen gefühlt. Alles schön getaktet und alles neu. :mrgreen:
Und danach haben alle aufgeatmet und waren froh, dass wir wieder mal eine Stunde ohne großes Blingbling gemacht haben. Ganz langweilig mit Hefteintrag und LSG.
Von daher kann ich schon verstehen, dass Referendare nicht nur positiv für die Schüler sind und von vielen nur noch mit einem Augenrollen quittiert werden.

Ich hatte damals die Klassenstufen 3, 4, 7, 8 und 9 und dieses Empfinden war in allen Stufen wohl gleich.
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Re: Akzeptanz der Referendare bei SuS

Beitragvon Coffee » 04.08.2013, 4:05:22

Ich denke, es kommt dabei total darauf an, wie gut oder schlecht man es mit dem Betreuungslehrer getroffen hat. Der kann einem das Leben zur Hölle machen oder er ist ein totaler Kumpel und unterstützt einen. Leider höre ich viel zu viele Negativbeispiele diesbezüglich.
Schon als ich selbst Schüler war, hatte eine Lehrerin von mir einem Referendaren das Leben zur Hölle gemacht- und das habe ich sogar als Schülerin mit meinen gerade mal 12/13 mitbekommen. Viele der anderen Schüler haben sich leider von dieser äußerst bösartigen Lehrerin um den Finger wickeln lassen und sich von ihren Fragen ("Ihr findet doch auch, dass Herr... absolut schlecht ist, oder?" ) beeinflussen lassen. Ich fand das damals schon total krank! :twisted: Dabei war der Referendar so ein toller und netter Lehrer, den hätte ich mir bis zur 12. Klasse gewünscht- absolut menschlich und sympatisch und ich habe viel bei ihm gelernt. Und nichts da mit methodisch überfrachtet, er war eher der lockere Typ. Leider sah die Lehrerin, die ihn betreute, ihn wohl als Konkurrenz an, denn ihre Stelle war unsicher, da sie in dem Fach nicht mal ausgebildet war.

Auch ich bin leider im Ref an solche fragwürdigen "Betreuerinnen" geraten. Entweder konnten oder wollten sie nicht anders. Jedenfalls merken Schüler sehr schnell, wenn der Betreuer gegen seinen Referendaren arbeitet und sie nehmen ihn dann natürlich nicht für voll. Sicherlich kann es auch andere Ursachen haben, aber so habe ich es zumindest beobachtet. Ich finde es traurig, dass es sowas überhaupt gibt. Ein Betreuer ist doch dazu da, einen zu unterstzützen und nicht gegen einen zu arbeiten. Aber wenn sie als Betreuer eben scheinbar nicht fähig sind, dann werden sie fies. So jedenfalls meine Beobachtung.

Abhilfe könnte man schaffen, indem man Betreueungslehrer zu diesen direkt auch ausbildet. Aber das würde ja wieder Geld kosten. :roll:
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