Ref - Ich habe noch nie so viel arbeiten müssen im Leben

Konstruktive Kritik - das Referendariat muss reformiert werden! Eure Vorschläge...

Ref - Ich habe noch nie so viel arbeiten müssen im Leben

Beitragvon RosaEl » 13.02.2015, 19:04:03

Liebe Community,

ich habe den Beitrag gelöscht.
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Re: Ref - Ich habe noch nie so viel arbeiten müssen im Leben

Beitragvon Fränzy » 13.02.2015, 23:57:31

Oje. Geht es Dir jetzt besser?

Mein Ref war auch ein Graus, allerdings - jetzt bin ich an einer Schule - da geht es den Reffis gut. Echt gut. Sie kriegen Hilfe, von allen Ecken. Sie sind vollwertige Mitglieder des Kollegiums. Deswegen weiß ich, dass es eben nicht überall so ist, wie früher in meinem eigenen Seminar.

Also lässt sich alles nicht über einen Kamm scheren.

(Trainees, Jurarefs, Mediziner im praktischen Jahr, der akademische Mittelbau .... die arbeiten sicher nicht weniger ;) und ist wohl z.T. vergleichbar)
שָׁלוֹם
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Re: Ref - Ich habe noch nie so viel arbeiten müssen im Leben

Beitragvon kecks » 14.02.2015, 13:35:01

...zumindest wird man im akademischen mittelbau und nach aussagen aller mir bekannten ärzte in diesen jobs/ausbildungsphasen nicht derart kontrolliert und vor allem *permanent* bewertet und beobachtet wie im lehramtsref. das kann auf nette oder weniger nette art passieren, aber so ausgeprägt scheint es anderswo eher nicht zu sein.
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Re: Ref - Ich habe noch nie so viel arbeiten müssen im Leben

Beitragvon RosaEl » 17.02.2015, 1:39:17

...
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Re: Ref - Ich habe noch nie so viel arbeiten müssen im Leben

Beitragvon Hubselzwerg » 17.02.2015, 9:46:06

Hm...Bei so Aussagen wie in der Überschrift denke ich als erstes: das liegt halt daran, dass du vorher noch nie arbeiten musstest. Überraschung, das Leben ist kein Ponyhof :mrgreen: Der Text relativiert das dann ja. Aber trotzdem wird hier doch auf hohem Niveau gejammert, oder?
RosaEl hat geschrieben:
ich wünschte, ich hätte mich nie für das Lehramt entschieden,
Nun ja, immerhin erkannt, dass der Beruf freiwillig gewählt wurde. Auch wenn das
obwohl ich meine Schüler mag und
die mich -
irgendwie zu wenig und vor allem nicht das Entscheidende ist.
Als Beamter biste wie der Taucher unter Wasser- da haste nur eine begrenzte Menge an Sauerstoff und musst irgendwann auftauchen. Ich würde nie wieder meine Seele für eine vermeintliche Sicherheit verkaufen, denn man lebt ständig nur in Angst, dass der Sauerstoff ausgeht :) So isses doch.
So isses doch- für dich vielleicht. Hört sich so an, als hättest du dich für das Lehramt entschieden wegen der Verbeamtung und der Sicherheit.

In anderen Jobs ist das ähnlich,
Wenn man sich den Beruf nach den falschen Aspekten aussucht, ist das zumindest wahrscheinlich.
aber dann meckert wieder ein Dad oder eine besorgte Mum deswegen, dass ihr Schützlinglein nur ne zwei statt ner eins hat oder dass es doch noch ein Musikangebot mehr geben sollte oder dass ... die Welt scheisse ist und nur wir daran schuld sind. Am Ende studieren die dann aber fast alle.
DAS sind deine Probleme?? Im ernst? :lol:
Ok. Ich nehme das "Jammern auf hohem Niveau" zurück. Das ist sogar allerhöchstes Niveau, quasi der Mount Everest.

Das Ref kann ziemlich mies sein, ja. Und auf den Alltag als Lehrer bereitet es tatsächlich wenig bis gar nicht vor.
Aber dass es erwachsene Menschen gibt, die Lehramt sudieren ohne eine Vorstellung vom Beruf, dafür kann keine Instutition was.

Wenn man als vorrangiges Ziel hat Beamter zu werden, dann aber ausgerechnet darüber jammert, dass man auch Verwaltungskram erledigen muss und Verordnungen einhalten, ist das schon ziemlich schräg.
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Re: Ref - Ich habe noch nie so viel arbeiten müssen im Leben

Beitragvon reffi25 » 07.04.2015, 21:53:01

Im Ref war für mich vor allem der Schlafmangel schlimm.
Ich brauche relativ viel Schlaf, um gut zu funktionieren.
Wir hatten Präsenz in der Schule und ich war jeden Tag von frühmorgens bis abends gegen 17 Uhr dort. Dann nach Hause, etwas essen, duschen, eventuell den dringendsten Privatkram erledigen (Arzt- oder Frisörbesuche waren im ersten halben Jahr gar nicht drin, mit einer Ausnahme, s.u.), danach an den PC, gegen Mitternacht ins Bett, oft auch später, ca. drei bis fünf Stunden Schlaf pro Nacht.
Am Freitag bin ich meistens direkt nach der Schule ins Bett und habe dann bis Samstag mittag geschlafen. Anders ging es nicht, ich war damals viel weniger souverän in der Planung und habe im Schnitt sicher eine Nacht pro Woche durchgemacht. Der Schlafmangel verstärkt die Panik und die Unruhe, du fühlst dich dann irgendwann wie ein Zombie, und so sah ich glaub ich auch aus. Heute mach ich mich wieder gerne hübsch, damals gab es dann irgendwann nur noch so nen Pferdeschwanz, immer dieselbe Kombi schwarze Schuhe/schwarze Hose/ einfarbiges Oberteil (geht morgens schnell). Ich war blass und hatte Ringe unter den Augen. Fotos gibt es kaum, weil ich monatelang nichts unternommen habe.
Doch, eines: Ich mit meinem verstauchten Knöchel, als ich auf dem Weg nach Hause zu müde war, um noch auf den Weg zu schauen (kein Witz).
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Re: Ref - Ich habe noch nie so viel arbeiten müssen im Leben

Beitragvon Stark » 08.04.2015, 1:57:24

Auch wenn der Originalbeitrag nicht mehr steht (- ich glaube, ich hatte ihn damals gelesen, kann mich aber nicht mehr erinnern), möchte ich meine Meinung zu der Aussage im Titel äußern.

Ich stimme absolut zu. Niemals zuvor und auch niemals seitdem musste ich so viel arbeiten wie im Ref - vielleiht noch in den ersten Dienstjahren. Ich möchte aber noch weiter gehen: Niemals zuvor habe ich unter solchem Druck gestanden wie im Ref. Das war eindeutig auch in den ersten Dienstjahren deutlich besser. Insgesamt war das Ref die schlimmste Zeit meines Lebens, ohne Frage.

ABER: Ich habe ein sehr behütetes Leben geführt. Von einzelnen Problemen abgesehen, die zum Teil schon auch schlimm waren, gab es keine längere Phase, in der ich wirklich leiden musste oder unter schlimmen Druck stand. Am schlimmste waren da in Bezug auf Druck vielleich noch das Abi und das erste Stex und beides hat mich nicht wirklich so schrecklich mitgenommen, wenn ich mir auch mehr Stress gemacht habe als im Nachhinein notwendig war. Und Arbeit? Klar habe ich immer gejobbt, aber das waren eben nur Jobs. Nichts lebensnotwendiges, wenn ich auch auf das Geld angewiesen war. Aber wenn ich aus dem einen Studentenjob rausgeflogen wäre, dann hätte es eben einen anderen gegeben.

Mit anderen Worten: Der Eintritt ins Ref war der Moment, in dem ich zum ersten Mal ins "Erwachsenenleben" eingetreten bin. Klar tut das weh, vor allem, wenn man als Student seit Ewigkeiten Berufsjugendlicher war. Und natürlich war das auch eine der "schlimmsten" Erfahrungen der Welt. Aber ich sehe bis heute keinen Grund, warum man das Ref deshalb verteufeln muss.

Disclaimer: Es gibt sicherlich einige Seminare, in denen den Refs durch menschliches Versagen von Seiten der Verantwortlichen das Leben zur Hölle gemacht wird. Für die sieht das natürlich ganz anders aus. Ich habe aber den Eindruck - gerade auch hier im Forum - dass viele einfach mit dem neuen Status ("Erwachsener" oder "Berufstätiger" oder "Lehrer" oder "Verantwortungsträger" oder was auch immer) nicht klar kommen. Das ist nachvollziehbar, aber mehr als "Reißt euch doch einfach zusammen und werdet erwachsen!" kann man denjenigen, bei denen es daran liegt, wohl kaum sagen.
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