Ref - Meine Arbeit ist noch nie so wenig geschätzt worden

Konstruktive Kritik - das Referendariat muss reformiert werden! Eure Vorschläge...

Ref - Meine Arbeit ist noch nie so wenig geschätzt worden

Beitragvon pro-forma » 28.06.2015, 15:27:45

Ich habe inzwischen mal alles mögliche gemacht. Angestellter Entwickler, Projektleiter, Freiberufler, Lehrer, Trainer...aber nirgendwo anders ist meine Arbeit so wenig geschätzt worden wie im Refrendariat. Ich habe das Gefühl die Einstellung "der Refrendar muss erstmal gebrochen werden um dann einen guten Lehrer daraus zu machen" ist gerade bei der Lehrerausbildung in vielen Köpfen.

Was das bringen soll, ist mir nicht klar. Nichts von der Didaktik, in welcher wir unterrichtet wurden wurde bei uns selbst angewendet. Den Einwand "ja hier hat man es aber mit Erwachsenen zu tun" kann ich nicht gelten lassen. Ich habe viele Jahre Erwachsene unterrichtet und gecoacht - so wie im Ref macht man das nicht.
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Re: Ref - Meine Arbeit ist noch nie so wenig geschätzt worde

Beitragvon Greenstuffy » 28.07.2015, 19:37:34

Na, dann hoffe ich mal, dass Du kein Deutsch Refrendar bist. :shock:
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Re: Ref - Meine Arbeit ist noch nie so wenig geschätzt worde

Beitragvon Pommesbude » 29.07.2015, 8:25:40

@Greenstuffy:

Herzlichen Glückwunsch, du hast dem Mitforist einen Rechtschreibfehler nachgewiesen.

Lass mich mal raten. Du bist knapp 25 und hast noch nie in deinem Leben gearbeitet. Du bist von der Schule (wo du ganz tolle Deutsch-Noten hattest) auf die Uni und dann direkt ins Ref, was? Und danach wirst ganz tolle/r Lehrer/in und dann kannst du ganz viele Rechtschreibfehler korrigieren, bis zu deiner Pension, die fünf bis 15 Jahre zu früh...aber egal.

Andernfalls hättest du ja zur Sache sicher was zu sagen.
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Re: Ref - Meine Arbeit ist noch nie so wenig geschätzt worde

Beitragvon Greenstuffy » 29.07.2015, 20:58:41

Vielen Dank, Autogramme gibt's später.
Deine Einschätzungen sind übrigens allesamt völlig falsch, aber hey.

Mein größtes Problem, dass der Anfangspost an sich recht nichtssagend ist.
Ja, das Ref ist hart. Ja, es läuft meist nach dem Grundsatz "nicht geschimpft ist gelobt genug".

Was ich dazu zu sagen habe? Lehrjahre sind keine Herrenjahre und damit muss man klar kommen.
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Re: Ref - Meine Arbeit ist noch nie so wenig geschätzt worde

Beitragvon Feuerkopf » 30.07.2015, 9:12:10

Greenstuffy hat geschrieben:Lehrjahre sind keine Herrenjahre und damit muss man klar kommen.


Das ist natürlich ein sehr weiser Satz, der von unglaublich viel sozialer Kompetenz zeugt, die man als Lehrer und gerade als Lehrer braucht.

Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Das mag bezogen auf die Aufgaben, die man hat und bezogen auf das Gehalt, was man bekommt auch heute noch stimmen und ist natürlich auch logisch. Natürlich sind die Arbeiten, die ein Azubi (und machen wir uns nix vor, ein Ref IST ein Azubi) kleinschrittiger. Und manchmal gehören sicherlich auch sehr ungeliebte Aufgaben dazu, wie zum Beispiel in der Konditorei, die Backstube putzen. Das dient aber dazu, dass der Azubi weiß, dass Hygiene eine Rolle spielt und dass sich die Backstube nicht nach feierabend selbst putzt, so wie das Zimmer bei Mutti, was ja (machen wir uns auch da nix vor) viele Azubis und Studenten genau so kennen.
Und natürlich ist das oftmals mehr Arbeit, weil ein Azubi eben lernen muss. Und die Tricks und Kniffe, Arbeiten zu erleichtern, zu umgehen oder dergleichen muss er ebenso erst lernen. Und es ist auch in so ziemlich JEDER Ausbildung so, dass man während der Ausbildung gezeigt bekommt, wie es ganz richtig und korrekt geht. Bei der Prüfung will keiner sehen, wo man gelernt hat, einen leichteren Weg zu finden, der so gerade eben noch geht, bei der Prüfung will man sehen, dass der Azubi gelernt hat, was sein Handwerk ausmacht. Und auch das gilt beim Ref genauso.

Ja und die Finanzen: Eben WEIL ein Azubi noch sehr viel lernt und eben noch nicht in der Lage ist, das selbe zu Leisten wie ein Geselle/fertiger Lehrer ist es durchaus angebracht, dass er eben auch nicht das volle Gehalt bekommt.

Und somit sind Lehrjahre tatsächlich keine Herrenjahre.

Wenn es aber darum geht, dass einem die Ausbildung Spaß machen sollte, dass man mit Freude statt mit Bauchschmerzen morgens aufwacht und dass man eben auch als Azubi ein MENSCH ist und zwar keiner zweiter Klasse, dann ist dieser Spruch so dermaßen daneben, dass ich gar nicht mehr weiß, was ich dazu schreiben soll.

Als Ref wird deine Arbeit bereits durch das angesprochene niedrigere Gehalt weniger wertgeschätzt. Da sollten doch Fachleiter und Mentoren durchaus in der Lage sein, die Arbeit wenigstens menschlich wertzuschätzen. Und auch eine Stunde, in der die Kinder weniger gelernt haben als möglich kann doch für den Ref eine gute Stunde gewesen sein, weil ER sich daran weiterentwickelt hat. Das man in jeder Ausbildung mit Kritik umgehen können MUSS ist logisch und ebenfalls sehr wichtig. Aber die Frage ist ja: Wie wird diese Kritik vorgebracht und genau da sollte ausgebildete Lehrer, Pädagogen eben, auch beim Ref genau drauf achten. Bei mir war es so, ich fühlte mich wertgeschätzt, aber ich weiß eben auch, dass es anders sein kann, aber das darf es eigenlich nicht.
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Re: Ref - Meine Arbeit ist noch nie so wenig geschätzt worde

Beitragvon Fränzy » 30.07.2015, 15:05:38

Feuerkopf, da hast Du Recht.

Ich frage mich wirklich, was für Schulen es zum Teil wohl gibt. Unsere Refs werden wirklich gut behandelt. Sie bekommen (im Rahmen des zulässigen) ihre Wunschklassen, werden eng betreut und immer gut aufgenommen (wie jeder neue Kollege überhaupt). Überhaupt sind die Referendare bei uns zu allererst Kollegen und keine Azubis. Dementsprechend wird dann allerdings auch Einsatz gefordert.
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Re: Ref - Meine Arbeit ist noch nie so wenig geschätzt worde

Beitragvon Illi-Noize » 30.07.2015, 22:05:52

Feuerkopf hat geschrieben:Wenn es aber darum geht, dass einem die Ausbildung Spaß machen sollte, dass man mit Freude statt mit Bauchschmerzen morgens aufwacht und dass man eben auch als Azubi ein MENSCH ist und zwar keiner zweiter Klasse, dann ist dieser Spruch so dermaßen daneben, dass ich gar nicht mehr weiß, was ich dazu schreiben soll.

Ich fand des Status "2 Jahre Azubi" (Banklehre) deutlich unangenehmer als die 2 Jahre Referendariat.
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