Filmaufnahmen eures Unterrichts

Konstruktive Kritik - das Referendariat muss reformiert werden! Eure Vorschläge...

Beitragvon Ulysses » 26.08.2007, 13:35:25

wir haben das im ersten Ausbildungsabschnitt gemacht: einer ist mit der Kamera rumgelaufen und hat die anderen gefilmt, die Filme hat dann jeder selber mit nach Hause genommen und alleine angeschaut.

wäre vielleicht besser gewesen, wenn man das zusammen mit einem Profi angeschaut hätte, aber auch so war es schon peinlich genug. sinnvoll war es auf jeden Fall, weil man so erst eine Menge nerviger Eigenheiten merkt, die man abstellen sollte, die einem selbst aber beim Unterrichten gar nicht auffallen.

wir hatten auch einmal eine Stimm- und Sprechtrainerin da, die auch in der Schauspielerausbildung tätig ist. sie hat sich hinten reingesetzt und nachher hat man die Stunde mit ihr besprochen. auch das war eine sehr sinnvolle Sache.
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Beitragvon SL » 26.08.2007, 16:35:07

Danke für eure Meinungen!

Also insgesamt eher positiv, jedoch mit den Voraussetzungen, dass es freiwillig ist, ob man gefilmt wird und dass der Gefilmte entscheidet, wer es sieht.

Gut, dann werde ich das mal meinen Referendaren so vorschlagen.
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Beitragvon Titania » 26.08.2007, 20:49:23

Ich habe meine Examensarbeit gefilmt, damit ich die Aussagen der Kinder noch mal reflektieren konnte. Wichtig dabei ist, eine schriftlche Einverständniserklärung aller Erziehungsberechtigter. Mir hat es sehr geholfen und ich konnte auch gleich sehen, wie blöd es aussieht, wenn der Lehrer mit den Händen in den Hosentaschen unterrichtet.
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Beitragvon Freidenker » 31.08.2007, 17:44:00

Guten Abend !
Als ich zum letzten mal beim Unterricht gefilmt wurde, habe ich einen sehr souveränen Eindruck gemacht.
Der Haken daran war, dass ein Schüler den Unterricht unerlaubter Weise per Handy gefilmt hat.

Den Schüler habe ich erwischt und es drohen ihm seitens der Schulleitung drakonische Maßnahmen.-Als ich mir die Filmsequenz angesehen habe, kam ich zu dem Schluss, dass ich im Internet keine schlechte Figur gemacht hätte. Aber prinzipiell war es vom Schüler ganz schön dreist.

Wenn ich gewusst hätte, dass mich jemand (erlaubterweise) filmt, hätte ich wahrscheinlich auch einen übermäßig verkrampften Eindruck gemacht, der nicht authentisch gewesen wäre.

Daher halte ich generell nichts vom Filmen im Unterricht. 8)
Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !
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Beitragvon Thunderstorm » 12.01.2009, 2:15:02

Bei uns im Seminar war das im Fach Pädagogik zunächst verpflichtend. Es gab eine Liste, in die man sich mit Namen, Datum und Klasse eintragen musste und es wurde überprüft, wer sich eingetragen hatte und wer nicht. Da sich aber sehr viele geweigert haben, sich filmen zu lassen und das anschließend mit der SL zu besprechen, ist der Zwang zum Gefillmtwerden offensichtlich im Sande verlaufen.

Ich war unter den Ersten, die es gefilmt wurden und obwohl ich anfangs recht skeptisch war, gerade im ersten Ausbildungsabschnitt aufgenommen zu werden, muss ich doch rückblickend sagen, dass es gut war, mich auf Band zu sehen. So kann ich a) entnehmen, wie ich mich vor der Klasse gebe bzw. wie ich rüberkomme und b) kleine Macken wie z. B. Sprechpausen eher abstellen.
Das Gute war, dass man nicht nur über die eigenen Fehler, sondern auch über Stärken aufgeklärt wurde:-)
Ich würde mich sofort wieder filmen lassen!

Ich hoffe, ich konnte helfen!
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Beitragvon benutzername » 12.01.2009, 21:56:11

finde es lustig, was die meisten reffis für ein trallala drum machen, nicht gefilmt zu werden. man wird doch eh dauernd beobachtet??
riesen-extra-lob an meine schüler, die sich- bis auf einen- beim vorstellungsgespräche-training haben filmen lassen...

ich hab mich gefilmt, allerdings mit meiner privatkamera, ohne groß irgendwen zu fragen. fands superklasse- erstens habe ich div. gründe für disziplinprobleme wirklich verstanden, die von mir ausgingen zweitens habe ich einen positiveren eindruck von mir selbst bekommen- dachte immer, dass ich viel komischer rüberkomme :wink:


@SL: wir haben einmal im seminar folgendes probiert: die seminargruppe hintendrin hatte verschiede aufgaben. manche haben sich umgedreht und nur auf sprache geachtet. manche mussten kopfhörer mit musik aufsetzen und achteten nur auf körpersprache, der rest hat normal beobachtet. war sehr differenziert...
benutzername
 
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Beitragvon Zitronenfalter » 15.01.2009, 20:53:29

@ benutzername

Das ist wirklich ein gute Idee, die nicht zum Beobachtungsauftrag gehörenden Faktoren auszublenden. Wirkt vor allem bei der Feedbackphase einer pauschalisierenden Bewertung der Person entgegen. Werde ich als Tipp weitergeben.

Gruß

Zitro
heiter weiter!
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