NRW: Drittes Fach nach dem 2. Staatsexamen: Nochmal ins Ref?

Grundsätzliche Fragen zum Referendariat können hier gestellt werden

NRW: Drittes Fach nach dem 2. Staatsexamen: Nochmal ins Ref?

Beitragvon EGePh » 23.09.2017, 16:23:56

Meine Frage wäre, wie das in NRW mit dem dritten Fach gehandhabt wird. Ich habe zwei Fächer nun bald normal abgeschlossen und diese auch als maximale Obergrenze in NRW nur mit ins Ref nehmen können. Ich würde aber gerne neben dem 'normalen' Arbeiten danach dann das dritte Fach noch ausbilden, in dem ich vor dem Ref schon die 1. Staatsprüfung abgelegt habe. Dass ich es theoretisch sofort unterrichten könnte, ist mir bekannt.

1. Ist das überhaupt möglich? Kann ich nach dem abgeschlossenen Ref nochmal mit einem weiteren Fach Fachseminare besuchen?

2. Müsste man bei so einer Konstellation die Prüfung nochmal machen? Zählt die dann irgendwie später zur Abschlussnote mit dazu?

3. Wir so etwas überhaupt offiziell registriert, oder muss man sich 'privat' mit einem Fachleiter einigen, der einen dann mit ins Seminar für die theoretische Ausbildung lässt?

Habe bisher nichts dazu gefunden und nur vom Hörensagen von einer Lehrerin im Bekanntenkreis mitbekommen, dass sie das dritte Fach nochmal nach dem Ref in einer zweiten Art von Ref praktisch hat ausbilden lassen.
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Re: NRW: Drittes Fach nach dem 2. Staatsexamen: Nochmal ins

Beitragvon sillaine » 23.09.2017, 18:04:15

Nein, du kannst für das 3. Fach nicht nochmal ein Ref. machen. Das Ref. macht man ein Mal, egal wie viele Fächer oder auch Lehrämter man studiert hat. Es wird davon ausgegangen, dass du danach selbst in der Lage bist, dir Wissen für ein Unterrichtsfach selbstständig anzueignen. Du hast den Vorteil, dieses Fach wenigstens studiert zu haben. In vielen Schulformen wird auch verlangt, ein Fach fachfremd unterrichtet zu können.
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Re: NRW: Drittes Fach nach dem 2. Staatsexamen: Nochmal ins

Beitragvon chilipaprika » 23.09.2017, 18:25:09

es gibt aber auch die Möglichkeit (auch wenn sie wirklich sehr knapp ist), dass du nach deinem 2. Examen die verbleibende Restzeit dafür nutzst, Ausbildungsunterricht in diesem Fach zu haben.
Das haben bei uns an der Schule schon Referendare gemacht, deren Drittfach didaktisch ganz anders ist. Habe ich auch gemacht, auch wenn es bei mir durchaus sehr nah ist, aber ich fand es auch mal nett, auch wenn es nur ein paar Wochen waren. Wenn dein Nick deine Fächerkombi ist, wäre es auch durchaus ratsam.
Aber du bist ausgebildet und man kann es dir zutrauen. und keine Angst: du brauchst keine weiteren 6 oder 12 Monate Ref.
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Re: NRW: Drittes Fach nach dem 2. Staatsexamen: Nochmal ins

Beitragvon EGePh » 23.09.2017, 18:43:13

Ich habe im Ref in der Phase vor den Sommerferien schon eine Klasse zusätzlich begleitet und das war hilfreich, das stimmt. Da mein Examen aber wirklich spät ist, wären das nur noch so 1 1/2 Wochen (abzüglich der Tage in der anderen Schulform), was sehr wenig Sinn macht. (Leider)

Ich traue mir grundlegend Unterricht in allen meinen Fächern zu, aber aufbereitete Theorie aus den Seminaren würde ich gern nochmal 'mitnehmen'.

Mit Geschichte stehe ich an einer Gesamtschule eh später der Herausforderung von Erdkunde und Politik/Sowi gegenüber, wo ich tatsächlich fachfremd unterrichten müsste. Dass es möglich sein kann ohne viel Vorbereitung in einen wirklich unbekannten Bereich geschubst zu werden, ist somit schon klar, mich würden die offiziellen Chancen interessieren, die es zur Weiter-/Fortbildung da gibt. Aber die scheinen ja nicht vorhanden, so wie ihr schreibt.
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Re: NRW: Drittes Fach nach dem 2. Staatsexamen: Nochmal ins

Beitragvon chilipaprika » 23.09.2017, 20:24:45

Nee. die gibt es nicht.
(wobei: es gibt nichts, was es nicht gibt. In deiner Freizeit ... wenn dein Stundenplan es zulässt, UND ein Fachleiter nichts dagegen hätte, dass du dabei sitzst, usw...)
Aber ehrlich: hat dich das Ref (und die dazugehörigen Fachleiterseminare) soviel gebracht?

MIR persönlich ist diese durchaus existierende Unsicherheit (und die gibt es, da ich in 2 Fächern unterrichte, die ich nicht im Ref hatte) aber lieber, als dass ich eine zusätzliche Ref-Einheit oder Lehrproben in meinen Erweiterungsfächern machen müsste.
Meine Fachdidaktikseminare von der Uni müssen reichen (ups, sie waren schlecht), meine Transfertleistungsfähigkeit ist dafür okay und ich habe nette Kollegen und ich habe keine Probleme, auch zu sagen "sorry, ich habe gar kein Fundus, ich hab ja kein Ref in XY, hast du vielleicht was für mich?" (dafür bin ich aber auch sehr tausch-großzügig mit eigenen Sachen...)

Mut zu!
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Re: NRW: Drittes Fach nach dem 2. Staatsexamen: Nochmal ins

Beitragvon EGePh » 23.09.2017, 22:31:16

Tatsächlich hat mir das eine Fachseminar sehr viel gebracht. Wir haben die Themen für den Schulunterricht aufbereitet, die im Studium zu kurz gekommen sind, haben konkrete Unterrichtsvorschläge erarbeitet und Kernstellen für die jeweiligen Themenkomplexe besprochen. Ich würde mich glatt nochmal darein setzen, einfach für die Inhalte.

Gut, im anderen Fach war es eher so semi-interessant. Aber da mir ausgerechnet die Sprache fehlt, würde es schon Sinn machen, da einmal in die Theorie zur Praxis zu schnuppern.

Je nach Stundenanzahl wäre es wohl sinnvoll, wenn man Hospitationen oder generell Kooperationen mit Kollegen einrichten könnte, aber das wird wahrscheinlich nicht klappen. Ich fand die Rückmeldung durch die UBs und generell die Rückmeldung im jeweiligen Ausbildungsunterricht wirklich hilfreich.

Über Didaktik von der Uni ... schweige ich mich lieber aus. Da war bis auf 2-3 Ausnahmen gar nichts Sinnvolles dabei.
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Re: NRW: Drittes Fach nach dem 2. Staatsexamen: Nochmal ins

Beitragvon EGePh » 23.01.2018, 11:18:21

Falls es irgendwen interessiert, was letztlich die Lösung für NRW war:

Ich habe die Fachleiterin direkt angesprochen und mit dem Schulleiter vereinbart, dass ich den Nachmittag so freigestellt bin, dass ich das Fachseminar besuchen kann. Offiziell gibt es keine Regelungen, da man die Lehrbefähigung mit bestandenem 2. Staatsexamen nun einmal erhält. Ich bilde mich also in meiner Freizeit fort.
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