Gibt es bald eine "Untersuchung" zum Referendariat?

Grundsätzliche Fragen zum Referendariat können hier gestellt werden

Gibt es bald eine "Untersuchung" zum Referendariat?

Beitragvon Taher » 01.02.2018, 23:11:59

Hallo!

Ich bin derzeit Lehramtsstudent.

Über das Ref hört man meistens Schlechtes, aber das sind lediglich Einzelmeinungen.

Ich habe einen Didaktikprofessor, der regelmäßig erwähnt, dass er mit der Lehrerausbildung und insbesondere mit dem Referendariat nicht einverstanden ist.
Er war selbst schon als Mentor tätig.

Gestern hat er mit einem Halbsatz gesagt, dass es nun bald "amtlich würde, dass das Referendariat schlecht ist". Wisst ihr da was über einer umfassenden Untersuchung bzw. Studie über "das Referendariat"? Im Netz habe ich nichts Aussagekräftiges gefunden, außer die oben erwähnten Einzelmeinungen. Eigentlich gibt es ja "das" Referendariat auch nicht, sondern ca. 50-70 "Systeme" (Bundesländer x Schularten).

Viele Grüße.

PS: Ich wohne in Bayern und studiere auf Gymnasiallehramt.
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Re: Gibt es bald eine "Untersuchung" zum Referendariat?

Beitragvon phstudent » 02.02.2018, 7:07:08

Wieso fragst du deinen Prof nicht selbst?
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Re: Gibt es bald eine "Untersuchung" zum Referendariat?

Beitragvon Valerianus » 02.02.2018, 8:58:49

Die BilWiss Studie dürfte die größte Studie sein, die systematisch Referendare untersucht hat (allerdings nur Referendare aus NRW). Vom furchtbaren Referendariat sind die Ergebnisse aber weit entfernt...
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Re: Gibt es bald eine "Untersuchung" zum Referendariat?

Beitragvon CaraM. » 02.02.2018, 10:10:19

Valerianus hat geschrieben:Die BilWiss Studie dürfte die größte Studie sein, die systematisch Referendare untersucht hat (allerdings nur Referendare aus NRW). Vom furchtbaren Referendariat sind die Ergebnisse aber weit entfernt...


So weit ich die Studie verstanden habe, ging es um das universitäre Lernen und die Umsetzung in der Unterrichtspraxis und nicht um die Befindlichkeiten ums Referendariat selbst.
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Re: Gibt es bald eine "Untersuchung" zum Referendariat?

Beitragvon Valerianus » 02.02.2018, 12:28:49

Bei BilWiss selbst geht es um teilweise im Studium erworbenes Wissen, das aber während des Referendariats erhoben und genutzt werden muss (und so was wie classroom-management macht man an der Uni nicht zwingend, im Ref eigentlich immer). Dazugibt es aber noch einige Nebenstudien, die ihre Daten mit der Hauptstudie zusammen erhoben haben und auch emotionalen Stress während des Referendariats erfasst haben. Du hast aber Recht, dass da nie der Stress Hauptthema einer Publikation gewesen ist und eine Evaluation der Arbeit der Studienseminare ist es noch weniger.
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Re: Gibt es bald eine "Untersuchung" zum Referendariat?

Beitragvon Maximer » 11.02.2018, 13:01:35

Taher hat geschrieben:Hallo!

Ich bin derzeit Lehramtsstudent.

Über das Ref hört man meistens Schlechtes, aber das sind lediglich Einzelmeinungen.


Hallo Taher,

ging mir auch so, man hört viele Horror-Geschichten übers Referendariat, eher selten mal das Gegenteil. Aber wenn ich das recht überlege, war das eigentlich immer so: vor Prüfungen aller Arten hört man meistens nur die "Durchfall"-Geschichten, gegenseitiges Verrücktmachen ist schließlich ein weit verbreitetes Phänomen, das Ref stellt hier keine Ausnahme dar.

Ich stehe noch ganz am Anfang des Referendariats, habe aber die meisten Ausbilder/Mentoren schon kennengelernt und muss sagen, dass ich positiv überrascht bin. Das kann jetzt alles Glück sein, aber auch meine Mit-Reffis sind fast alle zufrieden und ich habe kaum was Negatives bis jetzt vernommen.

Taher hat geschrieben:Ich habe einen Didaktikprofessor, der regelmäßig erwähnt, dass er mit der Lehrerausbildung und insbesondere mit dem Referendariat nicht einverstanden ist.
Er war selbst schon als Mentor tätig.


Wahrscheinlich meint dieser Professor die fehlende flächendeckende Qualitätssicherung in der Lehrerausbildung. Man müsste eben schon wissen, was genau diesem Prof nun missfällt. "Mit dem Referendariat nicht einverstanden" ist etwas zu pauschal, da kann man nicht wirklich viel mit anfangen.

Taher hat geschrieben:Eigentlich gibt es ja "das" Referendariat auch nicht, sondern ca. 50-70 "Systeme" (Bundesländer x Schularten).


Genau so ist es und das wird allzu oft vergessen, wenn es darum geht, wie schlecht und ungerecht das Referendariat (oder auch Schulsystem allgemein) hierzulande doch sei. Überall sind Menschen vor Ort tätig und diese kommen manchmal nicht gut miteinander aus, es gibt Reibepunkte und dann ist soziale Kompetenz gefragt, solche Situationen zu entschärfen. Manche Leute sind dann schneller überfordert als andere.

Verstehe mich nicht falsch, aber ich habe schon eine Handvoll Leute getroffen, die das Referendariat nicht bestanden haben und sie waren alle von ihrem Auftreten her deutlich auffällig. Also dermaßen auffällig, dass man eigentlich leicht erraten konnte, woran es haperte. Manche "Typen" kann man beim besten Willen nicht auf Schüler/innen loslassen.

Blöd ist es natürlich, dass das erst so spät in der Ausbildung festgestellt wird; hier besteht unbedingt Nachbesserungsbedarf, aber so einfach ist das auch nicht. Es gibt ja keinen fertigen Persönlichkeitstest, den man einfach aus der nächstbesten Schublade ziehen könnte...

Die Praxis ist meistens schon so gut, wie es in Anbetracht der Umstände eben möglich ist. Nicht selten sind Verbesserungen leider letztlich nur Verschlimmbesserungen, so gut diese auch gemeint waren.

Einen schönen Sonntag wünscht dir
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Re: Gibt es bald eine "Untersuchung" zum Referendariat?

Beitragvon kecks » 11.02.2018, 14:42:48

welche prof denn? wo hat er das publiziert? nenn doch mal die literatur, dann kann man weiterreden.
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