Gibt es bald eine "Untersuchung" zum Referendariat?

Grundsätzliche Fragen zum Referendariat können hier gestellt werden

Re: Gibt es bald eine "Untersuchung" zum Referendariat?

Beitragvon phstudent » 12.02.2018, 14:30:37

kecks hat geschrieben:das sind aber wirklich ausnahmen, das ist nicht der regelfall. im regelfall funktioniert das ref ganz okay bis gut, für alle beteiligten. ja, ist hart. ja, ist stressig. aber man lernt auch viel.


So ist es. Und in Foren wie diesem hier überwiegen eben häufig die negativen Meinungen, weil der Großteil der Refis zwar hin und wieder stöhnt, dass es viel zu tun ist, aber alles in allem zufrieden ist und daher keine Veranlassung sieht sich in einem Forum "auszukotzen".
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Re: Gibt es bald eine "Untersuchung" zum Referendariat?

Beitragvon Maximer » 12.02.2018, 15:23:05

phstudent hat geschrieben:So ist es. Und in Foren wie diesem hier überwiegen eben häufig die negativen Meinungen, weil der Großteil der Refis zwar hin und wieder stöhnt, dass es viel zu tun ist, aber alles in allem zufrieden ist und daher keine Veranlassung sieht sich in einem Forum "auszukotzen".


Meistens wird ja darüber geschimpft, dass man Dinge machen muss, die nicht mehr aktuell sind oder nach Kriterien bewertet wird, die man nicht transparent genug findet.

Ich musste mich mein Studenten- und Schülerleben lang an das Persönlichkeitsprofil der jeweiligen Lehrperson anpassen, je besser mir dies gelang, desto besser wurden die Noten. Je älter ich wurde, desto einfacher ist mir dies gefallen und ich vermute mal, dass das ein wichtiger Teil der persönlichen Reife ist.

Die Lehrperson (egal ob jetzt Dozent/Ausbilder oder vor einer Schulklasse) steht da alleine einer großen Gruppe aus Individuen gegenüber und muss allgemeine Kriterien bemühen, anders geht es nicht. Man muss also sich in die Rolle der Lehrperson hinein versetzen und das können junge Menschen und solche, die Defizite im zwischenmenschlichen Bereich haben, nicht so gut.

Wenn man also als Referendar/in erwartet, dass - als Beispiel - ein alt 68er-Lehrer plötzlich (weil es gerade in der empirischen Bildungsforschung angesagt ist) vom streng handlungsorientierten zum direkten Unterrichten umschwenkt und dann bitterböse und sauer ist, wenn er diese Kehrtwende nicht ohne Widerstand mitmacht, dann sind das Defizite, die weit über die eigentliche Sache hinaus gehen.

Wenn der künftige Lehrende sich schon in der Ausbildung nicht situationsangemessen und vorausschauend bzw. rücksichtsvoll verhalten kann, wie wird er es dann erst seinen Schützlingen gegenüber anstellen?

Viele Grüße
Maximer
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Re: Gibt es bald eine "Untersuchung" zum Referendariat?

Beitragvon CaraM. » 13.02.2018, 2:05:47

Wenn man auch noch Pech hat, einen Mentor zu haben, der schon ein paar Tage auf dem Buckel hat...

Ein Referendar bei uns am Gymnasium hatte mal das zweifelhafte Glück:

Die Lehrerin setzte sich nämlich im Unterricht zwei Stunden lang auf ihren Hintern: Methoden? Didaktik? Häh? Tafelanschrieb? Was ist das denn?

DIe Bücher mussten aufgeschlagen werden und dann hat man das bequatscht. Nun ja, der arme Referendar hat das bei seiner Lehrprobe dann auch so gemacht...

Bei seiner Lehrprobe haben wir als Schüler dennoch richtig mitgemacht, er strahlte über alle Backen und dachte, er hätte bestanden. Armer Kerl.
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Re: Gibt es bald eine "Untersuchung" zum Referendariat?

Beitragvon *Sissy* » 13.02.2018, 9:49:10

Ich sehe die Rolle des Mentors eher als nicht so bedeutend an. Als ich mein Referat anfing, war das Durchschnittsalter der Kollegen bei über 50. Da war mit aktueller Didaktik und Methodik mal so gar nichts los. Alle haben Unterricht wie vor 30 Jahren gemacht. Da muss man sich als Ref dann doch mal selber dahinterklemmen und lesen, lernen etc, bis man raus hat, was die Fachleiter sehen wollen. Denn darum geht es ja eigentlich, wie schon oben gut beschrieben wurde.
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Re: Gibt es bald eine "Untersuchung" zum Referendariat?

Beitragvon kecks » 13.02.2018, 13:10:43

das kann dir in bayern am gym nicht passieren, weil du die ersten sechs monate an der seminarschule beim seminarlehrer und anderen kollegen hospitierst und da normalerweise schon gezeigt wird, was sie auch sehen wollen/was realistisch machbar ist. 24 monate ref reichen gerade so. dieser verkürzungswahn in allen bildungsdingen ist völliger schmarrn. gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht.
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Re: Gibt es bald eine "Untersuchung" zum Referendariat?

Beitragvon CaraM. » 13.02.2018, 13:41:27

*Sissy* hat geschrieben:Ich sehe die Rolle des Mentors eher als nicht so bedeutend an.[...]


Bedeutend finde ich das schon.
Zum einen hast du beim Hospitieren schon keinen Vorteil, zum anderen ist er derjenige, der dich zwar nicht offiziell beurteilt...aber woher meinst du, hat der Direktor, den man ja zweifelsohne nicht gerade häufig sieht, seine Infos über dich?
Zuletzt geändert von CaraM. am 13.02.2018, 13:45:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gibt es bald eine "Untersuchung" zum Referendariat?

Beitragvon CaraM. » 13.02.2018, 13:45:04

kecks hat geschrieben:das kann dir in bayern am gym nicht passieren, weil du die ersten sechs monate an der seminarschule beim seminarlehrer und anderen kollegen hospitierst und da normalerweise schon gezeigt wird, was sie auch sehen wollen/was realistisch machbar ist. 24 monate ref reichen gerade so. dieser verkürzungswahn in allen bildungsdingen ist völliger schmarrn. gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht.


6 Monate? Da muss man aber Sitzfleisch haben.

Hinsichtlich deiner EInschätzung des Verkürzungswahns schließe ich mich deiner Meinung an.
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