Zu jung?

Grundsätzliche Fragen zum Referendariat können hier gestellt werden

Re: Zu jung?

Beitragvon CaraM. » 08.02.2018, 12:52:30

Ich fand Gruppenarbeit in der Sek I schrecklich, weil andere immer von meiner Arbeit profitiert haben und ich nicht allein glänzen konnte. Das war mir zu Anfang immer so wichtig. Ich war ehrgeizig und eher der Einzelkämpfer.

Später fand ich das sehr entspannend, weil man, wenn man schneller fertig war, sich auch noch über anderes unterhalten konnte.
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Re: Zu jung?

Beitragvon Elektrolyse » 08.02.2018, 13:00:34

Interessant, welche andere Perspektive man auch haben kann. Schon wieder eine Menge dazu gelernt.
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Re: Zu jung?

Beitragvon Max_Cohen » 08.02.2018, 15:47:19

Elektrolyse hat geschrieben:Kommt man eigentlich um diesen ganzen nervigen Methoden-Krams herum? Die Referendare, an die ich mich erinnere, waren in der Schule immer so wahnsinnig nervig mit ihren Postern und Stationsarbeiten etc. Kein Schüler wollte das, was die Didaktiker in ihrem Uni-(versum) ja nicht blicken. Kommt man durchs Ref auch mit Frontalunterricht?


Du (und viele andere, die hier kommentieren) solltest dir mal ein paar fundierte Bücher zur Unterrichtsqualität, zur pädagogischen Psychologie und zum Lehrerhandeln kaufen, damit du erkennen kannst, worauf es erwiesenermaßen ankommt.
Insbesondere geht es nicht um Didaktiker im Uni-Versum (dieses Wortspiel werde ich dir stehlen), sondern darum, was die empirische Forschung im Klassenzimmer als lernwirksam nachweist. Propheten und Vorbetern laufe ich auch nicht hinterher.

Die Frage nach der Methodik zielt vor allem auf die Sichtebene des Unterrichts ab, die für den Lernerfolg nicht ausschlaggebend ist; es kommt auf die Tiefenstruktur an (Wie rege ich die Schüler zum Denken in der Zone der proximalen Entwicklung an? Wie diagnostiziere ich ihre Lernvoraussetzungen? Wie unterstützte ich die Lernprozesse konstruktiv? Wie sorge ich durch eine adäquate Klassenführung dafür, dass der Unterricht funktioniert?).
Und ja, Stationenlernen wird entgegen aller empirischer Evidenz viel zu häufig und an ungeeigneten Stellen verwendet (dazu steht bei Wellenreuther sehr viel), und auch ich habe Schaum vorm Mund, wenn ich all diese teils grob fehlerhaften Poster sehe. Ich vergleiche die Situation häufig damit, Knochenbrüche mit Antibiotika zu behandeln.
Das ist Feiertagspädagogik, die ich auch in keiner einzigen Lehrprobe vorgeführt habe. Für eine 1 im Examen hat es trotzdem "gereicht" und ich habe eigentlich nur das gemacht, was Naivlinge als Frontalunterricht bezeichnen würden. Ich hingegen sage: Bei mir wird mit möglichst allen Schülern gedanklich hart an der Sache gearbeitet.
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Re: Zu jung?

Beitragvon CaraM. » 08.02.2018, 18:09:51

Meine Güte, da fühlt sich aber jemand auf den Schlips getreten.
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Re: Zu jung?

Beitragvon kecks » 09.02.2018, 13:41:45

huch, was hast du denn heute morgen gefrühstückt? nichts für ungut, aber du klingst sehr gestresst.
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Re: Zu jung?

Beitragvon Max_Cohen » 09.02.2018, 16:45:37

kecks hat geschrieben:huch, was hast du denn heute morgen gefrühstückt? nichts für ungut, aber du klingst sehr gestresst.


Ich finde das auch zugegebenermaßen etwas stressig. Die Frage, um die es im Kern doch immer gehen muss, ist: Wie gestalte ich meinen Unterricht so, dass die Kinder bei mir möglichst gut und viel lernen? Wie kann belegt werden, dass das, was ich tue, effektiv ist?
Stattdessen werden hier z.T. persönliche Erfahrungen aus der eigenen Schulzeit ausgetauscht. Ich erwarte allerdings von Lehrern - und m.E. tun sie gut daran, das auch selbst von sich zu erwarten - dass sie angemessen mit dem Stand der Forschung argumentieren, wenn sie wie wissenschaftlich ausgebildetes Personal besoldet werden wollen. Dazu würde in diesem Beispiel doch zumindest gehören, dass
- man weiß, das man aus anekdotischer Evidenz keine verallgemeinerungsfähigen Schlüsse ziehen kann (da täte auch dem Themenersteller, der angeblich ausgebildeter Physiker ist, ein wenig kritisches Denken gut),
- diffuse "Erfahrungen" aus der eigenen Schulzeit sicherlich fehlerbehaftet sind, weil unser Gedächtnis nicht wie eine Videokamera funktioniert,
- beides insbesondere für "Erfahrungen" mit eigenem Unterricht gilt, da es in dieser Situation nun mal um das Unterrichten und nicht das Erforschen des Unterrichtens geht,
- Gruppenarbeit eine ziemlich komplexe Sozialform ist, die Lehrer erstmal beherrschen und dann auch noch an den geeigneten Stellen einsetzen müssen.
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Re: Zu jung?

Beitragvon kecks » 09.02.2018, 17:18:08

ja gut, aber was hat das mit dem thread genau zu tun?
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