Hallo, Leute!
Zunächst einmal: Seit einigen Jahren sind die Einstellungschancen recht gut. Das kann ich zumindest im Bereich der Gymnasien in Baden-Württemberg sagen. Da haben schon sehr viele Bewerber eine Stelle bekommen, auch wenn es beim einen oder anderen erst im Nachrückverfahren war.
Allerdings ist ungewiß, wie lange die Türen hier offen stehen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es berechtigt ist, bei den Schulabgängern soviel Werbung für den Lehrerberuf zu machen. In gewissen Fächern wird es wohl auf längere Sicht einen Lehrermangel geben, aber generell nicht unbedingt.
Dies sollten übrigens wir auch bedenken, wenn wir uns an der Diskussion über eine Neugestaltung bzw. Verbesserung der Lehrerausbildung beteiligen. Immer wieder wird gefordert, die Lehramtsstudiengänge stärker an der Praxis auszurichten. Das klingt natürlich absolut vernünftig, heißt aber im wesentlichen: weniger wissenschaftliche Ausbildung, mehr „Pädagogikschnickschnack“

und stärkere Bindung an die Schule während der Ausbildung.
Ich bin für eine weitestmögliche Trennung von Studiengang und Berufsziel. Das kann natürlich nicht soweit gehen, daß das Studium mit dem Beruf gar nichts zu tun hat. Aber das Bestreben, ein Lehramtsstudium zu 100,00 % auf den
einen Beruf zuzuschneiden, halte ich für einen großen Fehler. Was nützt es, wenn man eine supertolle Lehrerausbildung absolviert und dann keine Chance auf eine Stelle hat? Ein und dasselbe Studium muß
immer verschiedene Berufe ermöglichen!
Ich sag's mal anders: Laßt uns das (Lehramts-)Studium nicht zu Großreferendariat machen!