45-Minuten-Rhytmus CONTRA 60-Minuten

Grundsätzliche Fragen zum Referendariat können hier gestellt werden

Beitragvon Ulysses » 03.11.2009, 10:12:59

v1981 hat geschrieben:allerdings können die erstklässler meist ja schon kaum die 45 min aushalten, da müsste man bei 60 (oder 68 :) ) sowieso kleine bewegungspausen machen und sie mal über den schulhof flitzen lassen...ob das dann noch was bringt?


ist doch kein Problem, ich habe öfter mal Doppelstunden und mache dann immer zwischendurch 5 Minuten Pause, weil sich auch Gymnasiasten nicht 90 Minuten lang konzentrieren können.

das mache ich sogar noch an der BOS, die sind zwar alle über 20, müssen aber zwischendurch auch ihren Kaffee holen oder ihren Nikotinspiegel auffrischen ... :wink:
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Beitragvon lemming » 03.11.2009, 12:11:34

Ich wäre für 90 Minuten ohne feste (!) Pause dazwischen. So kann man den Rhythmus entsprechend seiner Stunde einteilen.
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Beitragvon Arachnia » 03.11.2009, 12:18:59

Was mich interessieren würde: Wenn man als LAA an eine Schule mit 60-min-Rhythmus oder an eine Schule mit Doppelstundensystem, wie ist das dann mit den UB und den Lehrproben? Hält man dann ungerechterweise 60min während alle anderen nur 45min machen müssen oder wird das angeglichen? Gleiches gilt für die Doppelstunden. Weiß einer, wie das gehandhabt wird?
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Beitragvon Ulysses » 03.11.2009, 12:51:20

Arachnia hat geschrieben:Hält man dann ungerechterweise 60min während alle anderen nur 45min machen müssen oder wird das angeglichen?


wieso "ungerechterweise"? 60 Minuten Lehrprobe sind auch nicht schwerer als 45 Minuten, unter Umständen kann es sogar leichter sein.

das größte Problem bei Lehrproben ist ja nicht, dass man zu viel, sondern dass man zu wenig Zeit hat. bei mir war es jedenfalls immer ein lästiges Gehetze durch den Stoff ...

Arachnia hat geschrieben:Gleiches gilt für die Doppelstunden. Weiß einer, wie das gehandhabt wird?


bei uns waren 45 Minuten der Standard, aber es hat geheißen, dass man auch eine Doppelstunde haben könnte, wenn man begründen kann, dass man das unbedingt braucht.

allerdings hat davon keiner Gebrauch gemacht, darum weiß ich auch nicht, wie das dann praktisch gehandhabt wird.
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Beitragvon kakaotrinkerin » 03.11.2009, 15:33:07

Ich empfinde den 45-Minuten-Takt nicht unbedingt als gut, weil ich merke, wieviel Zeit doch immer weggeht, um von Raum zu Raum zu laufen (die kleinen Pausen zwischen den Stunden reichen meistens nicht, um von A nach B zu kommen) und wie schnell gerade in der eigenen Klasse immer wieder 10 Minuten weg sind, weil noch irgendwas besprochen, organisiert werden muss usw. Da wären 60 Minuten schon angenehmer.

Das geht meines Erachtens aber nur, wenn man das ganze im Rahmen einer Ganztagsschule laufen lässt, die verpflichtend für alle ist. Ansonsten muss man diese Zeit irgendwo einsparen, und vermutlich würde das zu Lasten der Nebenfächer gehen.
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Beitragvon DieEla » 03.11.2009, 16:55:55

Also ich unterrichte jetzt seit über einem Jahr an einer Realschule im 60 Minuten Takt.

Vorteile:
- statt 28 verschiedener Unterrichtsstunden in der Woche habe ich nur noch 21, meine Vorbereitungszeit hat sich dadurch merklich verkürzt (ich brauche zur Vorbereitung einer 60er Stunde nicht länger als für eine 45er Stunde, habe aber halt weniger)
- der Unterricht profitiert sehr. Sowohl in Deutsch als auch in Mathe fand ich früher 45 Minuten einfach zu kurz und Doppelstunden (also 90 Min) waren für mich der Horror. Doppelstunden haben wir keine mehr und die 60 Minuten empfinde ich als zeitlich absolut perfekt, um genug Zeit für eine gescheite Einführung, Übungsphase und Sicherung zu haben. Auch für Klassenlehrerangelegenheiten kann man gut mal 10 Minuten abzwacken und hat immer noch eine ausreichend lange Stunde übrig.

Nachteile:
- ich komme zu spät nach Hause :roll: durch die Umstellung auf 60 Minuten änderte sich die komplette Zeitverteilung, die schaut bei uns nun so aus:

1. Stunde: 07.55-08.55
2. Stunde: 09.00-10.00
Große Pause (30 Min.)
3. Stunde: 10.30-11.30
4. Stunde: 11.35-12.35
Mittagspause (55 Min.)
5. Stunde: 13.30-14.30
6. Stunde: 14.35-15.35

Sowohl die Schüler als auch die Lehrer haben an zwei Nachmittagen in der Woche Nachmittagsunterricht, also zweimal bis 15.35. Das ist ziemlich anstrengend, also zumindest macht es mir herzlich wenig Spaß in der sechsten Stunde Mathe zu unterrichten *würg*

Da aber mit der Zeit ohnehin überall der Ganztag eingeführt werden wird, finden wir uns damit ab. Die Schule führt den 60er Takt nun mittlerweile im zweiten Jahr durch, wir haben vor kurzem eine anonyme Erhebung gemacht und der Großteil des Kollegiums hat sich dafür ausgesprochen den 60er Takt zu behalten, denn die Vorteile überwiegen für uns.

Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen :)

bei weiteren Fragen (oder Lust mal vorbeizuschauen und sich 60er Stunden anzusehen - Nähe Düsseldorf) --> PN an mich.

Ela
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Beitragvon gosford » 03.11.2009, 17:39:44

Bei uns an der Schule haben wir ein kombiniertes Block/Einzelstundenkonzept:

d.h. es gibt max. vier 90-Minuten Blöcke an einem Schultag, mit kleinen und großen Pausen dazwischen.

Die "6. Stunde" ist dann um 13.20 Uhr vorbei. (nach dem 3. Block)

Der 1. Block kann aber auch in 2 Einzelstunden à 45 Minuten aufgeteilt werden, das ist insbesondere für Nebenfächer mit wenigen Stunden pro Woche oder für Sprachen gut.

Die genannten Vorteile kann ich bisher unterstreichen.

Ein Nachteil oder ich würde eher formulieren, ein kleines Unbehagen habe ich diesbezüglich nur, weil ich manchmal denke, dass ich mir, durch den 90-Minuten-Block bedingt, mehr Zeit für ein Thema, Vertiefung etc. lasse...
Also manchmal habe ich das Gefühl, bei Unterricht in 45 Minuten quantitativ mehr Stoff zu schaffen....

Aber das ist ja Lehrer_innen-Sicht...
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